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...’s kommt alles vom Bergwerk her

Materialienband zum 7. Deutsch-Tschechischen Begegnungsseminar - "Gute Nachbarn – Schlechte Nachbarn? </I>

Elke Mehnert

Das 7. Deutsch-Tschechische Begegnungsseminar fand 2004 in Bad Schlema statt, das Wunder des wiedererstandenen Kurbades sollte in der vom Bergbau gezeichneten und von Arbeitslosigkeit gebeutelten Region diesseits und jenseits der deutsch-tschechischen Grenze ein Hoffnungszeichen setzen. Der Gedanke war schon während des Seminars 2003 aufgekommen, als eine architektur- und montangeschichtliche Exkursion die Seminarteilnehmer bis Jáchymov und Ostrov geführt hatte. Dort sah noch manches so aus wie Anfang der 90er Jahre im sächsischen Erzgebirge. Bald nach der politischen Wende hatten die Medien über Schlema-Aue als das «Tal des Todes» berichtet und den Bergbau für das Sterben einer Region verantwortlich gemacht. Das Seminar sollte zeigen, was tatsächlich alles «vom Bergwerk her» gekommen ist – und vor allem, daß Optimismus Berge – genauer: Bergbau-Halden versetzen kann. So zeichnet dieser Materialienband ein realistisches Bild des Status quo: Einer Vielzahl noch ungelöster Probleme bei der Bergschädenbeseitigung stehen Beispiele erfolgreicher Sanierung gegenüber, die weltweites Interesse verdienen.
Aus dem Inhalt: Stephan Altensleben: Bericht der Arbeitsgruppe «Kommunalwesen und Verwaltung». Thema: Bergschäden als kommunalpolitische Aufgabe – Stephan Altensleben: ’s kommt alles vom Bergwerk her - kommt alles vom Bergwerk her? Gedanken zur Entwicklung einer Wirtschaftsregion – Jörg Bernhard Bilke: Der Wismut-Roman blieb ungedruckt – Miroslav Breitfelder: Existierte Beneš, Exilregierung und die Dekrete? Und die Tschechoslowakei? – Christian Fanghähnel: Lichtbilder als Geschichtsquelle. Photographien des Montanwesens im sächsisch-böhmischen Grenzraum (1890-1900) – Winfrid Halder: Was die Russen wirklich wollten. Zur Bedeutung des Uranerzbergbaus in der SBZ/DDR 1945-1954 – Karlheinz Hengst: «Es ist ein christlicher Böhme, Wende, so gut als ein Deutscher». Gedanken und Worte von Johannes Mathesius als Bergbaupfarrer in Joachimsthal/Jáchymov – Jana Hesová: Karel Pecka: «Kassiber für einen Verschollenen» (Motáky nezvěstnému) – Peter Jurczek: Bevölkerungsentwicklung im sächsischen Grenzraum zur Tschechischen Republik – Sandra Kersten: Bergmannssagen aus dem Raum Aue-Schwarzenberg – Jürgen Klose: Ein Bergwerk der Seele? Zu Alfred Kubins Traum-Roman «Die andere Seite» – Hartmut Kowalke/Olaf Schmidt/Milan Jeřábek: Entwicklungsprozesse und Entwicklungsprobleme im sächsisch-böhmischen Grenzraum. Vorstellung des Projektes sowie ausgewählter Ergebnisse aus der empirischen Befragung in der Euroregion Elbe/Labe – Elke Mehnert: Das Erzgebirge - «Heimat für manchen und mich» – Rudolf Horst Meinl: Vertreibungsdiskurse und Beneš-Dekrete – Bernd Molter: Das deutsch-tschechische militärische Verhältnis: von der Konfrontation zur Kooperation – Friedrich Naumann: Sachsen und Böhmen als Montanregion – Reiner Neubert: BergersDorf oder «Horch, was kommt von draußen rein…» – Andreas Pudlat: Zwischen Weltbürgertum und Patriotismus. Johann Amos Comenius (1592-1670) - Ein Anwalt europäischer Verständigung? – Miloš Řezník: Vom Nutzen einer sächsisch-böhmischen historischen Perspektive – Earl Jeffrey Richards: Das Nachglühen der Navajos: Die literarische Aufarbeitung des Uranbergbaus bei Leslie Marmon Silko, Robert Salter und Melvin Eisenstadt – Ilona Scherm: Das Sächsisch-Tschechische Hochschulzentrum an der Technischen Universität Chemnitz - Aufgaben und Ziele sowie erste Erfahrungen – Dietmar Schubert: Die «Sarepta oder Bergpostill» des Johannes Mathesius – Petra Seedorff: Novalis - Natur und Kunst – Bernd Sikora/Michael Haselbach: Nachkriegsarchitektur in Sachsen und Tschechien - Nachdenken über Gemeinsamkeiten und Gegensätze – Marie Smolíková: Die Preitensteiner Glashütte und Oleumhütten bei Manĕtín. Ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit – Tina Stroheker: Keine böhmischen Dörfer mehr. Bilder eines tschechischen Films.