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Das Armenspital zu Weitersfeld

Herrschaftliche Armenversorgung in Niederösterreich 1669-1887

Alfred Damm

Das herrschaftliche Armenhaus im Markt Weitersfeld ist eine Rarität; das Gebäude ist weitgehend unverändert erhalten geblieben und die archivalische Dokumentation erlaubt Einblicke in die Wirtschaftsverwaltung und Armenversorgung durch eine Grundherrschaft in Niederösterreich im 17.-19. Jahrhundert, wie sie bisher noch nirgends vorliegt. Der Autor dokumentiert hier die Entwicklung des Armenspitals und gibt einen realistischen Einblick in den Alltag und die Lebenswelt einer sozialen Randgruppe – der sogenannten «Spitaler» – in ihrer Abhängigkeit von der Herrschaft. Dies führt zugleich zu einer Neudarstellung der Herrschaftsgeschichte der Grafschaft Hardegg. Vergleiche mit ähnlichen Einrichtungen, die Edition von Akten und weiteren unpublizierten Spitalsordnungen runden die Darstellung ab. Die Arbeit richtet sich an zwei sehr unterschiedliche Zielgruppen, an Sozialhistoriker, denen damit eine Materialsammlung zu einem herrschaftlichen Armenspital vorgelegt wird, und gleichzeitig an historisch interessierte Laien.
Aus dem Inhalt: Der Archivbestand der Grundherrschaft – Die ökonomische Situation in der Grafschaft Hardegg nach 1650 – Gründung und Baugeschichte des Spitals – Räumlichkeiten und Ausstattung – Der Alltag und die Grundversorgung – Anzahl und Altersstruktur der Spitäler – Die Spitalordnung als Wunschvorstellung und gelebte Praxis – Spitalrechnungen des 17. und 18. Jahrhundert – Die Milden-Stiftungs-Hofkommission – Der Niedergang: Der Wandel von Herzensangelegenheit zum ungeliebten Sozialprojekt.