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Die Entdeckung der Unschärfe in Optik und Malerei

Zum Verhältnis von Kunst und Wissenschaft zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert

Marc Wellmann

Wie sah das Sehen oder das Denken über das Sehen in der Vergangenheit hinsichtlich der inneren Widerstände des menschlichen Blicks aus und auf welche Weise hatte dieses Wissen Einfluss auf die Herstellung von Bildern bzw. auf die Theorie der Malerei? Die Untersuchung befasst sich anhand verschiedener historischer Momente mit der Beziehung der Malerei zu optischen Phänomenen, die den Blick trüben, verschleiern oder unscharf werden lassen. Auf welche Weise waren derartige Erscheinungen den Künstlern zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert präsent? Wie wurde ihnen auf dem Boden des herrschenden Bildbegriffs begegnet? Welche Funktion hatten sie im Rahmen von Kunsttheorie und -praxis? Wie wurden sie nutzbar gemacht oder ausgegrenzt und wie wurden sie dargestellt bzw. übersetzt? Diese Fragen führen prinzipiell auf das Verhältnis von Malerei und Optik bzw. auf die Diskurse, mit denen Malerei auf Optisches zurückgeführt und begründet wurde.
Aus dem Inhalt: Die Unschärfen des Sehens im Spannungsfeld der Malerei – Die Perspektivtheorie Albertis – Leonardo da Vincis «Sfumato» und seine optischen Studien – Die Rokeby-Venus von Velázquez – Rembrandts Kenwood-Selbstporträt – John Ruskins Kunsttheorie – Kritik an den Theorien von Svetlana Alpers, Michael Baxandall und Patrick Trevor-Roper.