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Reise in die Vergangenheit – Reise in die Fantasie?

Tendenzen des postmodernen Geschichtsromans

Florian Grimm

Die Moderne hat versucht, alle Brücken zur ästhetischen Tradition abzubrechen. Nach Umberto Eco besteht die Antwort der Postmoderne auf diesen Versuch in der Einsicht, dass die Vergangenheit «nicht zerstört werden kann, da ihre Zerstörung ins Schweigen führt». Deswegen muss die Vergangenheit «auf neue Weise ins Auge gefasst werden» und zwar «mit Ironie, ohne Unschuld». Und welche Gattung wäre dazu besser geeignet als der historische Roman? Diese Untersuchung zeigt, wie sich postmoderne Geschichtsromane von Eco, Süskind, Hildesheimer und Ransmayr die ästhetische und historische Vergangenheit ironisch-schöpferisch zunutze machen. Sie zeigt außerdem, dass dabei die Geschichte dem Erzählen dient – nicht umgekehrt. Dabei geht die Untersuchung auf den historischen Hintergrund, die Stilistik, die Form und die Geschichtsauffassung der Romane ein, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.
Aus dem Inhalt: Geschichte in der Posthistoire? – Postmoderne Geschichtstheorie – Umberto Eco: Die Insel des vorigen Tages – Patrick Süskind: Das Parfum – Wolfgang Hildesheimer: Marbot – Christoph Ransmayr: Die letzte Welt – Unterschiedliche Tendenzen: Abenteuer in Inhalt und Form – Grundtendenz: Die Geschichte als Mittel zum Zweck des Erzählens.