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Sozial- und Gesundheitsberichterstattung

Hintergründe, Defizite, Möglichkeiten

Rüdiger Jacob

Seit den neunziger Jahren wird das Thema Gesundheitsberichterstattung (GBE) auch in Deutschland intensiv diskutiert. Erstellt wurden seitdem Gesundheitsberichte für Betriebe, Kommunen, Bundesländer und 1998 auch ein erster Gesundheitsbericht für Deutschland. Das verstärkte Interesse an GBE wurde durch die Politik induziert, da die ständig beklagte Kostensteigerung im Gesundheitswesen Dimensionen erreicht hat, die von Sozialpolitikern als nicht mehr finanzierbar angesehen werden. Die daraus resultierenden gesundheitspolitischen Forderungen nach effektivem und effizientem Mitteleinsatz in der Therapie und der Prävention von Krankheiten können aber nur umgesetzt werden, wenn man Kenntnisse über die Prävalenz und Inzidenz solcher Krankheiten und deren Ursachen, die durch sie entstehenden Kosten, die zur Verfügung stehenden Mittel und deren Verwendung hat. Gerade die Datenlage für GBE ist aber in höchstem Maß problematisch. Es gibt keine Morbiditätsstatistik, keine valide Todesursachenstatistik und kaum Mikrodaten.
Aus dem Inhalt: Sozialberichterstattung – Gesundheitsberichterstattung und Wohlfahrtsmessung – Geschichte von Statistik, Sozial- und Gesundheitsberichterstattung – Seuchen und der Wandel der Sterblichkeitsmuster – Die medizinische Versorgung in der vorbakteriologischen Zeit – Hygiene und Bakteriologie – Folgen des demographischen Übergangs für das Sozial- und Gesundheitswesen – Gesundheitsberichterstattung als staatliche Aufgabe – Normative Aspekte von GBE: Definitionen von Gesundheit und Krankheit – Gesundheitsziele – Probleme der Datenlage.