Show Less
Restricted access

Kippfiguren der Wiederholung

Interdisziplinäre Untersuchungen zur Figur der Wiederholung in Literatur, Kunst und Wissenschaft

Svenja Flaßpöhler, Tobias Rausch and Christina Wald

Wiederholungen strukturieren unsere Lebenswelt. In Ritualen, als rhetorische Figur oder bei der Entstehung von Mustern und Regeln wirken sie einerseits formbildend und geben Identität und Orientierung. Andererseits stellen sie die Einmaligkeit und Ursprünglichkeit des wiederholten Gegenstands in Frage und unterlaufen so bestehende Ordnungen und Selbstverständlichkeiten. Wiederholungen produzieren also stets Kippfiguren, die zwischen Affirmation und Subversion oszillieren und auf diese Weise zu paradoxen Effekten führen. Seit Sören Kierkegaard ist dieses Paradox der Wiederholung zu einer wichtigen Denkfigur in den unterschiedlichsten Wissensdisziplinen geworden. Aus interdisziplinärer Perspektive untersucht der Sammelband ausgewählte Kippfiguren der Wiederholung in Literatur, Theater, Film, bildender Kunst, Philosophie und Werbung.
Aus dem Inhalt: Viola Vahrson: Material und Obsession im Werk Elaine Sturtevants – Jutta Franzen: Muster der Wiederholung im Werk von Sophie Calle – Inge Arteel: Die Wiederholung als Strategie der ästhetischen Subjektwerdung: Friederike Mayröckers mein Herz mein Zimmer mein Name – Katrin Oltmann: Let’s Do it (Again). J.L. Austin und Hollywoods Comedy of Remarriage – Christina Wald: The Drama Of Hysteria. Wiederholung zwischen Zwang und Subversion – Stefan Börnchen: Judith Butler und Jerry Cottons «Neue Partnerin». Eine entropologische Phallstudie – Gesche Joost: Attraktive Wiederholungen: Zur visuellen Rhetorik Eisensteins – Kai Uwe Hellmann: Die Marke als Eigenwert der Werbung: Über die Erzeugung von Glaubwürdigkeit durch Wiederholung – Judith Frömmer: Konversionen. Zum Prinzip der wiederholten Lektüre bei Rousseau – Kai Nonnenmacher: Vollendung der Wiederholung. Robbe-Grillets La reprise als Hommage an Kierkegaard.