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Oder-Odra. Blicke auf einen europäischen Strom

Unter Mitarbeit von Mateusz J. Hartwich und Karl Konrad Tschäpe

Karl Schlögel and Beata Halicka

Die Oder war bis zum großen Oderhochwasser des Jahres 1997 ein Grenzfluß, ein Fluß im Abseits. Seit der Erweiterung der Europäischen Union ist die Oder ein Strom mitten in Europa geworden. Die Forschung zum Oderraum als einer europäischen Grenzlandschaft ist neu in Gang gekommen. Sie läßt sich der Sache nach nur grenzüberschreitend und in Zusammenarbeit der Disziplinen bewältigen. Hier liegt die erste Studie zur Oder vor, die eine nur nationale Sicht auf diesen Strom hinter sich läßt. In den Beiträgen der deutschen, polnischen und tschechischen Wissenschaftler wird der Versuch gemacht, einen mehrschichtigen, überaus komplexen und in der Vergangenheit auch umkämpften Kulturraum gedanklich neu zusammenzusetzen.
Aus dem Inhalt: Karl Schlögel: Die Oder - Überlegungen zur Kulturgeschichte eines europäischen Stromes – Dirk Suckow: Der Rhein als politischer Mythos in Deutschland und Frankreich – Andrzej Piskozub: Was für eine Odermonographie brauchen wir? Methodologische Überlegungen – Jerzy Kułtuniak: Kulturelle Kartierung eines Flußes. Einige Bemerkungen zur Foschungsproblematik – Uwe Rada: Die Wiederentdeckung der Oder – Tatjana Reitmann: Notiz zur Etymologie Odra, Oder, Viadrus – Eike Gringmuth-Dallmer: Die Oder in ur- und frühgeschichtlicher Zeit - Leitlinie für Siedlung und Kultureinflüsse? – Horst Wernicke: Die Hansestädte an der Oder - ein Vergleich: Stettin (Szczecin) - Frankfurt - Breslau (Wrocław) – Jan Harasimowicz: Die Oder als Achse des Kulturtransfers im Mittelalter und in der frühen Neuzeit – Uta Hengelhaupt: Kulturerbe und Identität an der mittleren und unteren Oder – Uwe Müller: Die Stellung der Oder im mitteleuropäischen Verkehrsnetz und die preußische Wasserstraßenpolitik während der Industrialisierung – Horst Linde: Verkehr und Wasserbau im Oderstromgebiet – Marek Zawadka: Von einer vernachlässigten Provinz zu einer Grenzruine - die Oder als Verkehrsader im 20. Jahrhundert – Stanisław Januszewski: Das Erbe der Oder - und die Zukunft im Blick – Markus Krzoska: Die Bedeutung der Oder für das politische Denken Zygmunt Wojciechowskis (1900-1955) – Bernadetta Nitschke: Das Schicksal der deutschen Bevölkerung in der Oderregion in den ersten Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges – Beata Halicka: «Mein Haus an der Oder» - Erinnerungen von Neusiedlern der Oderregion im Zwiespalt zwischen Wirklichkeit und Propaganda – Kazimierz Wóycicki: Die Polen und die Deutschen - der Verlust der Ostgebiete und das Verhältnis zu den östlichen Nachbarn – Zdeněk Jirásek: Tschechisch-polnisch-deutsche Beziehungen im Odergebiet (Poodří) – Andrzej Zawada: Literarisches Porträt vor dem Hintergrund der Oder – Ruth Henning: Spurensuche in der deutsch-polnischen Grenzregion - Alte, neue, fremde Heimat – Guido Bockelmann: Die Kooperation in der «Oder-Partnerschaft» – Aneta Klodek: «Programm für die Oder - 2006» - Zukunft und Perspektiven – Wojciech Halicki: «Wasser - Blut der Erde». Zur Ökologie der Oder und Chancen für deren nachhaltige Entwicklung – Elżbieta Marszałek: Die Oder für Tourismus und Naherholung erschließen - eine Chance für die grenzüberschreitende Integration der Oderstädte – Stephan Kaiser: Von der Oder im Museum oder vergleichende Aspekte von Flußmuseen – Mateusz J. Hartwich: Oder Panorama. Von der Schwierigkeit eine Oder-Ausstellung zu machen – Wolfgang Kreft: Notiz zur kartographischen Erschließung der Oder.