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Lamento

Zur Affektdarstellung in der Frühen Neuzeit

Marcel Lepper

Frühneuzeitliche Pathetik befremdet und fasziniert zugleich. Aby Warburgs Begriff der ‘Pathosformel’ hält rhetorikgeschichtliches Potential für die Beschreibung der großen Geste der Leiddarstellung bereit. Die frühneuzeitliche Totenklage, die Liebesklage, Kriegsklage, Höllenklage und Dichterklage operieren mit zitathaften Wendungen. Das «Lamento» suggeriert Bewegung, beglaubigt Aussagen und hält sie im Gedächtnis abrufbar. Wenn die Leidensformel Handlungsfähigkeit herstellt, so hintertreibt sie jede Vereindeutigung. Unbrauchbar wird sie, sobald der historische Blick sie trifft.
Aus dem Inhalt: Klagegesang und Wehgeschrei – Darstellungsverfahren – Totenritual – Geschlechterkonflikte – Politische Allegorien – Höllentheologie – Poetisches Nachleben?