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Jenseits des rechtsstaatlichen Strafrechts

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Ulfrid Neumann

Der 100. Band der Frankfurter Kriminalwissenschaftlichen Studien sammelt Originalbeiträge früherer und jetziger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die Beiträge widmen sich dem Thema der Schwächung rechtsstaatlicher Traditionen durch den Prozess des An- und Umbaus, den das gesamte Strafrecht in immer größerer Beschleunigung erfährt. Unter den Kapitelüberschriften Verfall, Verlust, Verschwinden werden die Hauptkennzeichen dieser Entwicklung auf den Gebieten der Gesetzgebung, Kriminalpolitik, Strafrechtspraxis und Strafrechtswissenschaft dargestellt und am Maßstab «rechtsstaatlichen Strafrechts» gemessen.
Aus dem Inhalt: Institut für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie: Vorwort – Peter-Alexis Albrecht: Das nach-präventive Strafrecht: Abschied vom Recht – Stefan Braum: Globale Gesetzlichkeit - Imperiales Strafrecht – Dirk Fabricius: Was vom Strafrecht ohne Strafe übrig bleibt – Klaus Günther: Die naturalistische Herausforderung des Schuldstrafrechts – Winfried Hassemer: Sicherheit durch Strafrecht – Christoph Krehl/Lutz Eidam: Der Große Lauschangriff im Spannungsfeld von verfassungsgerichtlicher Entscheidung und Umsetzung durch den Gesetzgeber – Markus Parzeller/Hansjürgen Bratzke: Verlust von Rechtsstaatlichkeit durch Abbau und Privatisierung rechtsmedizinischer Institute – Wolf Paul: Strafrecht in Brasilien – Cornelius Prittwitz: «Feinde ringsum»? Zur begrenzten Kompatibilität von Sicherheit und Freiheit – Lisa Kathrin Sander: Menschenwürde und «Exklusion» - Zum Selbstverständnis eines rechtsstaatlichen Strafrechts – Stephan Stübinger: Zur Diskussion um die Folter – Eva-Maria Unger: Alter Wein in neuen Schläuchen: Stete Legitimationsdefizite in der Neuauflage des Europäischen Haftbefehlsgesetzes – Christine Würfel: Die differentielle Natur der Schuldausschließungs- und Entschuldigungsgründe – Michaela Apel: Inklusion und Exklusion im Strafvollzug - Sicherheit als Alternative zur Resozialisierung? – Jochen Bung: Gefährdungsschaden und Vermögensverlust – Walter Kargl: Aktive Sterbehilfe im Zugriff der volkspädagogischen Deutung des § 216StGB – Klaus Lüderssen: Die ewige Versuchung des Täterstrafrechts - Das Verhalten im Strafvollzug als Voraussetzung für spätere oder nachträgliche Sicherungsverwahrung – Wolfgang Naucke: Die Zerstörung der Konkurrenzlehre durch das moderne Strafrecht – Christiane Rüdiger: Zum «Ausverkauf» der personalen Rechtsgutslehre am Beispiel der §§ 331, 333 StGB – Frank Saliger: Geldwäsche als «crime in progress»: Der Fall Commerzbank, Strafbarkeitsrisiken für Bankmitarbeiter und die Grenzen des Präventionsstrafrechts – Moritz von Schenck: Möglichkeiten einer an den prpräventiven Strafzwecken orientierten Straftatsystemdogmatik - insbesondere auf der Ebene der Schuld – Jörg Ziethen: Sippenhaft für schmutziges Geld? - Zum selbständigen Verfall nach dem Tode des Beschuldigten – Denis Basak: Die Deformation einer Verfahrensnorm durch politische Rücksichten - Zum Beschluss des OLG Stuttgart im Verfahren gegen Donald Rumsfeld u.a. – Rainer Hamm: Ist die Entformalisierung des Strafrechts und des Strafprozessrechts unaufhaltsam? – Matthias Jahn: Der Verdachtsbegriff im präventiv orientierten Strafprozess - Initiativ-, Vor- und Strukturermittlungen der Staatsanwaltschaft und ihre rechtsstaatliche gerichtliche Kontrolle – Michael Jasch: Staatlicher Zugriff auf die Gene: Die Ausweitung der DNA-Analyse für Zwecke künftiger Strafverfahren – Alexander Kolz: Die Gedankenfreiheit und der moderne Staat – Ulfrid Neumann: Die ‘Zwischenhaft’ - ein verfassungswidriges Institut der Rechtspraxis – Lorenz Schulz: Das neue Außenwirtschaftsstrafrecht (§ 34 AWG n.F. von 2006) – Thomas-Michael Seibert: Was der Fall ist und was daraus wird: Erzählungen im Strafverfahren – Sascha Ziemann: Zum Rehabilitationsgedanken im Wiederaufnahmerecht.