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Die Suche nach den ersten Amerikanern

Entstehung, Rezeption und Auswirkungen von Ursprungsideen

Helga Gemegah

Bereits im 16. Jahrhundert begann die Suche nach der Herkunft der ersten Amerikaner. Dabei ging man von Anfang an von einem externen Ursprung und daher entweder von maritimen Kontakten aus der Alten Welt oder von einer Besiedelung aus Asien über eine Landbrücke aus. Diese Vermutungen wurden selten kritisch betrachtet, weil Ursprungsideen trotz vieler Ungereimtheiten die Besiedelungsforschung Amerikas erheblich beeinflusst haben. Diese Vorstellungen führten zudem zu zahlreichen Vergleichen zwischen den Sprachen und Kulturen der Völker Amerikas und Asiens. Anhand der Entstehung und Rezeption von Ursprungsideen sowie ihrer Auswirkungen auf Literatur und Wissenschaft wird in der Arbeit untersucht, ob Ursprungsideen eine ernstzunehmende Grundlage für die Besiedelungsforschung Amerikas sind oder ob sie zu den wissenschaftshemmenden Weltbildern vergangener Jahrhunderte gehören.
Aus dem Inhalt: Die Entstehung von Ursprungsideen im 16. Jahrhundert – Koloniale, religiöse und kartografische Weltbilder Spaniens als Ausgangspunkt für Ursprungsvorstellungen – Juan Gonzalez de Mendozas Chinabericht – Amerika: Ein menschenleerer Kontinent? – Van den Puttes irreführende Weltkarte – Die Mongolei in Mexiko – Indien, Tibet und China als Teil Nordamerikas – Alexander von Humboldts Kritik an spanischen Chronisten – Thomas Jefferson zur Besiedelung Amerikas – Auswirkungen von Ursprungsideen auf Wissenschaft und Literatur – Asien und Amerika im Vergleich materieller Kultur – Asien und Amerika im genetischen und linguistischen Vergleich – Die Zweifel eines Indianerschriftstellers aus Radebeul – Rezeption spanischer Ursprungsideen im 20. Jahrhundert – Amerika: Ein vergessener Teil der Menschheitsgeschichte?