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Sprachwandel im Spiegel der Schriftlichkeit

Studien zum Zeugniswert der historischen Schreibsprachen des 11. bis 17. Jahrhunderts

Arend Mihm and Michael Elmentaler

Die historischen Schreibsprachen des 11. bis 17. Jahrhunderts stellen aufgrund ihrer ausgeprägten Variabilität eine erstrangige Quelle für die Sprachhistoriographie dar. Mit der zentralen Frage, wie sich die schreibsprachlichen Zeugnisse dieser Zeit angemessen und methodologisch zuverlässig interpretieren lassen, hat sich Arend Mihm in einer Reihe von Aufsätzen unter unterschiedlichen Gesichtspunkten beschäftigt. Im Band sind seine wichtigsten Beiträge zu diesem Themenfeld versammelt, die sich mit dem Erkenntniswert der vormodernen Schreibsprachen für die Rekonstruktion von Standardisierungsprozessen und von phonologischem und graphematischem Wandel, für die Erschließung von pragmatischen und sozialen Funktionalisierungen im Bereich von Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie für die regionale Sprachgeschichtsschreibung beschäftigen.
Aus dem Inhalt: Schreibsprachliche und akrolektale Ausgleichsprozesse bei der frühneuzeitlichen Standardisierung – Oberschichtliche Mehrsprachigkeit und ‘language shift’ in den mitteleuropäischen Städten des 16. Jahrhunderts – Ausgleichssprachen und frühneuzeitliche Standardisierung – Gesprochenes Hochdeutsch in der norddeutschen Stadt – Zur Geschichte der Auslautverhärtung und ihrer Erforschung – Graphematische Systemanalyse als Grundlage der historischen Prosodieforschung – Zur Entwicklung der Kölner Schreibsprache im 12. Jahrhundert – Zur Neubestimmung des Verhältnisses zwischen Schreibsprachen und historischer Mündlichkeit – Zur Deutung der graphematischen Variation in historischen Texten – Orthographiereform im 13. Jahrhundert. Der Zeugniswert der Kölner Urkundenüberlieferung – Das Aufkommen der hochmittelalterlichen Schreibsprachen im nordwestlichen Sprachraum – Funktionen der Schriftlichkeit in der städtischen Gesetzgebung des Mittelalters – Vom Dingprotokoll zum Zwölftafelgesetz. Verschriftlichungsstufen städtischer Rechtstraditionen – Die Textsorte Gerichtsprotokoll im Spätmittelalter und ihr Zeugniswert für die Geschichte der gesprochenen Sprache – Niederrheinische Höflichkeiten. Zur Pragmatik gesprochener Sprache im Mittelalter und in der frühen Neuzeit – Zur Konvergenz von Sprachvariation und sozialen Kategorien in der stadtsprachlichen Überlieferung des Spätmittelalters – Rheinmaasländische Sprachgeschichte von 1500 bis 1650 – Sprache und Geschichte am unteren Niederrhein – Die kulturelle Ausrichtung des Niederrheins im 16. Jahrhundert und der Sprachwechsel zum Hochdeutschen.