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Geteilte Erinnerung

Die deutsch-tschechischen Beziehungen und die sudetendeutsche Vergangenheit

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Samuel Salzborn

Das Buch setzt sich mit der Vergangenheit und Gegenwart der deutsch-tschechischen Beziehungen auseinander. In den bilateralen Beziehungen zwischen beiden Staaten spielte stets die Geschichte der sudetendeutschen Minderheit in der Tschechoslowakei und die Politik der Sudetendeutschen Landsmannschaft in der Bundesrepublik eine sehr große Rolle. Der Band versucht diese Geschichte kritisch aufzuarbeiten und geht dabei von der Annahme aus, dass es unterschiedliche Erinnerungsnarrative gibt, also dass eine geteilte Erinnerung zwischen einer (sudeten-)deutschen und einer tschechischen Sicht auf die Geschichte besteht. Die Grundthese dabei ist, dass die sudetendeutsche Geschichtsinterpretation belastend für eine konstruktive Zukunft zwischen beiden Staaten ist. Zudem hat die Politik der Sudetendeutschen Landsmannschaft immer wieder zwischenstaatliche Konflikte heraufbeschworen und eine kritische Aufarbeitung der Vergangenheit behindert. Anhand zahlreicher Fallstudien wird diese These in dem Band belegt.
Aus dem Inhalt: Geteilte Erinnerung. Überlegungen zu den Perspektiven der deutsch-tschechischen Beziehungen anlässlich des 70. Jahrestages der deutschen Annexion der Tschechoslowakei – «Chemische Auflösung». Anmerkungen zum sudetendeutschen Volkstumkampf gegen die Tschechoslowakei – Die Volksgruppenkonzeption der Sudetendeutschen. Landsmannschaft und die sudetendeutsche Volksgruppenforschung – Zwischen Volksgruppentheorie, Völkerrechtslehre und Volkstumkampf. Hermann Raschhofer als Vordenker eines völkischen Minderheitenrechts – Ethnizität und ethische Identität. Ein ideologiekritischer Versuch – Völkische Grenzübertretungen. Die außenpolitischen Konzepte der deutschen Vertriebenenverbände in Kontinuität und Wandel – Geschichtspolitik in den Medien. Die Kontroverse über ein «Zentrum gegen Vertreibungen» – Politische Paradoxien. Zur Jugendarbeit der Vertriebenenverbände – Die Beneš-Dekrete und die EU-Osterweiterung. Geschichtspolitische Kontroversen zwischen Aufarbeitung und Verdrängung der Vergangenheit – Jan Křen: Nachwort.