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Konnte Rilke radfahren? - Die Faszination des Biographischen in der deutschen Literatur

Gedenkschrift für Ferenc Szász

Imre Kurdi

Ferenc Szász (1943-2006) war eine der schulbildenden Persönlichkeiten der ungarischen Germanistik der letzten Jahrzehnte. Der Band enthält Studien seiner Schüler, Kollegen und Freunde, die sich an die Forschungsbereiche des Verstorbenen anschließen.
Ferenc Szász promovierte 1976 und habilitierte 2001 mit einer Arbeit über die deutsch-ungarischen Literaturbeziehungen. Er war zuletzt Dozent für deutschsprachige Literaturen an der Eötvös-Loránd-Universität und an der Károli-Gáspár-Universität der Reformierten Kirche in Budapest. Sein Forschungsschwerpunkt lag im Bereich der Literatur der Jahrhundertwende. Besondere Verdienste erwarb er sich auf dem Gebiet der Rilkephilologie und der Rilkedeutung.
Aus dem Inhalt: Hartmut Steinecke: Konnte E.T.A. Hoffmann Rad fahren? Eine kulturgeschichtliche Fußnote – Erich Unglaub: Rilke in der Sommerfrische – Isabella Kesselheim: Konnte Max Reinhardt beten? – August Stahl: «das Schöne ist nichts / als des Schrecklichen Anfang». Rilke und Heinrich Vogeler – Szilvia Ritz: Das Zer-Schreiben des Selbst. Die Autobiographie Ferenc Molnárs – Lajos Adamik: «so gesehen leben die Menschen alle nur ein politisches Leben und sterben sie einen politischen Tod». Ein mysteriöser ungarischer Revolutionär in Thomas Bernhards «Hirn» – Gábor Gulyás: Österreichische Autoren im deutschsprachigen Lehr- und Lesebuch von Gusztáv Heinrich – Gábor Kerekes: Die österreichische Literatur in den ungarischen Literaturgeschichten seit 1900 – Miklós Györffy: Kafka und Ungarn. Die Jahrzehnte der Latenz – Gerhard R. Kaiser: Heinrich Manns «Zola». Zur Faszination des Biographischen – Anna Peres: Shakespeare in Thomas Manns Roman «Doktor Faustus» oder die Einheit von Wort und Ton bei Adrian Leverkühn. Bemerkungen zu der intertextuellen Strukturierungsmethode Thomas Manns – Anita Czeglédy: «Nur wer es trägt, ist auch berufen...». Auf der Suche nach dem Erhabenen in Gottfried Benns Lyrik mit Hilfe der Kulturwissenschaften – Zoltán Szendi: Berufung, Verzweiflung und Vergewisserung der Erwähltheit. Zu Rilkes Prophetengestalten – László Klemm/Izolda Orbán: Um eine Textvorlage mehr zu Kafkas Erzählung «In der Strafkolonie», und ihre potenziellen Konsequenzen – Magdolna Orosz: «Es war nur Grauen da». (Un)menschliche Verwandlungen - verhindertes Leben – László Tarnói: «Erst wägen, dann wagen». Robert Graggers aktuellpolitische Erinnerung an die Kossuth’schen Konföderationsthesen nach dem Ersten Weltkrieg im zeitgenössischen Kontext – Antal Mádl: Auf der Suche nach der eigenen Heimat – Edit Király: Periphere Topographien. Von Kisch bis Kanitz: ein Krebsgang – Péter Varga: Jüdische Selbstkritik bei Theodor Herzl und Ignaz Goldziher – András F. Balogh: Biographie, Individuum und Kollektiv im Kronstadt-Roman des Adolf Meschendörfer.