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Biotechnologie in Kontexten der Sozial- und Gesundheitsberufe

Professionelle Praxen – Disziplinäre Nachbarschaften – Gesellschaftliche Leitbilder

Susanne Dungs, Uwe Gerber and Eric Mührel

Die Zunahme biotechnologischen Wissens und biomedizinischer Möglichkeiten von Diagnose und Therapie verändert das menschliche Leben und Zusammenleben. Die Sozial- und Gesundheitsberufe sind dadurch mit grundsätzlich neuen Frage- und Problemstellungen konfrontiert, die die Herausbildung neuer theoretischer und praktischer Kompetenzen erfordern, z.B. neue Weisen von Beratung. Damit einhergehend bedarf es wissenschaftskritischer und ethischer, juristischer und sozial- und gesundheitswissenschaftlicher Initiativen, die im Sinne einer Anwaltschaft für das Menschliche die Widersprüche einer immer weiter reichenden Machbarkeitsideologie im Auge behalten.
Aus dem Inhalt: Uwe Gerber: «Berater» von Albrecht Genin – Susanne Dungs/Uwe Gerber/Eric Mührel: Einführung. Biotechnologie in Kontexten der Sozial- und Gesundheitsberufe – Susanne Dungs: Soziale Arbeit zwischen aktivierender Sozialpolitik und determinierender Biopolitik. Einsprüche gegen die fortschreitende Zergliederung des Menschen – Dieter Schäfer: Genetische Beratung bei erblichem Brust- und Eierstockkrebs – Andrea zur Nieden: Die Verkörperung des genetischen Risikos. Gentests für Brust- und Eierstockkrebs aus der Sicht von ‘Betroffenen’ – Alexander Bogner: Wem hilft die genetische Beratung? – Iris Junker/Matthias Kettner: Wunscherfüllende Medizin, private Dienstleitungsmedizin und die Ausdifferenzierung der Arzt-Patient-Beziehung – Armin Sohns: Bioethische Aspekte in der Frühförderung und Sozialpädiatrie – Rouven Porz/Jackie Leach Scully: Entfremdung und Absurdität? Die prädiktive Gendiagnostik aus der Patientenperspektive – Heribert Renn: Biopolitik und Behinderung. Behindertenrechtliche und -politische Aspekte aus der Sicht ‘Betroffener’ und ihrer Verbände – Erika Feyerabend: Molekulargenetische Wahrheitssuche. Sozial- und gesundheitspolitische Auswirkungen humangenetischer Entwicklungen – Ulrich Gebhard: Alltagsmythen und Alltagsphantasien. Wie sich durch die Biotechnik das Menschenbild verändert – Christoph Rehmann-Sutter: Reproduktion und Regeneration. Wie Biotechnologien Fortpflanzung und Familien verändern – Hans-Ulrich Dallmann: Reaktionen der Pflege auf den biomedizinischen Fortschritt. Die Funktion der Rede von Ganzheitlichkeit für die Positionierung der Pflege – Anne Klein/Anne Waldschmidt/Miguel Tamayo Korte: Bioethik im Alltag: die Online-Debatte «1000fragen.de» – Hardy Frehe: Identifikationslogische Zuspitzung des Selbst-Monitorings durch Biotechnologien. Zur Selbstbeobachtung, zu spätmodernen Müllbeseitigungsanlagen und zum In-sich-Stehen – Eric Mührel: Soziale Arbeit im Menschenpark. Zwei Briefe an die Freunde der humanistischen Professionen der Sozialen Arbeit – Ueli Mäder: Neue Identität in der Risikogesellschaft – Gerhard Gamm: Der unbestimmte Mensch. Die gebrochene Mitte des Selbst als irreduzible Lücke im Sein – Lukas Ohly: Suggestive Dominanz. Eine gentechnologische Vision – Christina Aus der Au: Ein neues Menschenbild der Neurowissenschaften? – Uwe Gerber: Auf was und wen Sozialarbeitende achten sollten im Technik-Park – Thomas Lemke: Der Wille zum Wissen. Genetische Risiken, mündige Subjekte und gefährliche Individuen – Hiltrud Breyer: «Eine Eizelle zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten…». Die Aushöhlung der Werte in der Europäischen Union.