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Der Begriff der Schuld im Werk von Heinrich Böll

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Wolfgang Stolz

Das Ziel der Arbeit ist gleichsam der Versuch, die richtungsweisenden Perspektiven von Bölls Schuldverständnis im Bewusstsein der hermeneutischen Differenz von Intention und Verständnis zu erschließen und mit Hilfe produktionsästhetischer sowie strukturanalytischer Gesichtspunkte die Vielschichtigkeit und Komplexität der literarischen Illustration von Schuld durch Böll darzulegen. Motiv- wie themenübergreifend das Aktuelle seiner Zeit aufnehmend, Schuldsituationen und deren Details insbesondere mit den Stilmitteln der Übertreibung wie der Wiederholung akzentuierend und weniger psychologisierend denn von Figuren erzählend, mit und an denen sich etwas ereignet, spiegelt das Werk Bölls im Alltäglichen und im Provinziellen einen vielfältigen, das Leben umgreifenden, Schuld und Unschuld dokumentierenden Schuldkatalog. Zudem bot das Schreiben über Schuldzusammenhänge Böll die Möglichkeit, die persönliche Schuld und Betroffenheit gegen die eigenen Verdrängungstendenzen zu verarbeiten, als individueller Akt der Selbstbefreiung wie als Akt des – während der NS-Zeit nicht geleisteten – Widerstandes gegen realisierte Vergehen und kritikwürdige Zustände.
Aus dem Inhalt: Einführung: Vergehen gegen die Menschheit. Annäherung an Heinrich Bölls Schuldverständnis – Léon Bloy und das Frühwerk Bölls – Heinrich Böll und das Trauma der Schuld – Der Literat Heinrich Böll – Historische Schuld: Nationalsozialismus und Krieg – Strukturelle Schuld: Staat und Gesellschaft – Schuld und Kirche – Schuld und Wissenschaft – Schuld im Interesse der Zeitkritik – Schuld und Erlösung: Der Umgang mit Schuld – Das Offenhalten von Schuld.