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Ritter, Landsknecht, Legionär

Militärmythische Leitbilder in der Ideologie der SS

Knut Stang

Drei Leitbilder begleiteten und prägten zum Teil die Entwicklung der SS. Sie existierten parallel seit dem Ende des Ersten Weltkriegs, erlebten aber jeweils ihre größte Popularität in signifikanten Phasen der SS-Geschichte. Der Ritter symbolisierte Himmlers u.a. auf der Wewelsburg inszenierten Elite-Traum. Der Landsknecht, nicht von Grimmelshausen, sondern von Jünger geprägt, stand für die Schlächtermentalität eines Oskar Dirlewanger. Der Legionär schließlich kennzeichnete die letzte, vorgeblich paneuropäische Phase der SS. Die Entwicklung dieser Leitbilder zu verstehen, erlaubt, die unterschiedlichen ideologischen Gruppen in der zutiefst inhomogenen SS zu identifizieren und einzuordnen. Auf dieser Basis wird die Dynamik insbesondere der Zeit nach 1941 besser verständlich.
Aus dem Inhalt: Leitbilder als Landmarken ideologischer Konflikte in der SS – Träume von Ritter-Eliten: Himmler, Fritz Lang, die Wewelsburg – Der Landsknecht: Nietzsche, Ernst Jünger, Dirlewanger und die Metzeleien in Warschau 1944 – Der Legionär: Propagandatricks, paneuropäische Illusionen und das Fortwirken der SS-Ideologie nach 1945.