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Wie der Westen sich modern schrieb

Epoche machen im Zeichen der Wissenschaft

Harald Siebert

Den positiven Klang von «modern» besitzen nur wenige Worte, und kaum einen Begriff beansprucht der westliche Kulturkreis ähnlich selbstverständlich wie diesen. Woher aber stammt die Überzeugung in das eigene Modernsein? Woraus wird die eigene Wahrnehmung gespeist, sich von vergangenen Zeiten, von anderen Zivilisationen so positiv modern zu unterscheiden? Untrennbar hiervon ist die Frage nach dem eigenen Ursprung. Geschichtsbilder erlauben dem Westen seit dem 14. Jahrhundert, sich als anders, neu, modern zu sehen. Bis ins 20. Jahrhundert wurden weitere Zäsuren und Epochen geschaffen, die dieses Selbstverständnis stützten. Ein wissenschaftshistorischer Streifzug spürt dieser historiographisch kulturellen Selbstfindung nach und führt durch sieben Jahrhunderte westlicher Modernschreibung.
Aus dem Inhalt: Ausrufung einer neuen Zeit, Erfindung einer mittleren – Das Mittelalter als Anti-Moderne – Romantische Aufarbeitung und mittelalterliche Naturwissenschaft – Die Renaissance als Ursprungsepoche – Die «zwei Kulturen» und das «Burckhardt-Problem» – Wissenschaftliche Revolution als neuer Ursprung westlicher Moderne.