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«...durch 1000 Kanäle und Poren»

Die Verbreitung der Psychoanalyse von ihren Anfängen bis zur Gegenwart- Mit Beiträgen von Wilhelm Burian, Rainer Gross, Johann August Schülein und Sylvia Zwettler-Otte

Sylvia Zwettler-Otte

Die in Wien von Freud begründete Psychoanalyse, die innerhalb von 100 Jahren zu einer weltweiten Organisation angewachsen ist, löste von Anfang an bis heute sowohl Anziehung als auch Ablehnung aus, und auch die Verbreitung durch die Psychoanalytiker schwankte zwischen Tendenzen zur Expansion und zur Exklusivität. In dieser Ambivalenz spiegeln sich die konflikthaften Inhalte der Psychoanalyse. Sie fördert ein Wissen zutage, das unaufhaltsam «durch 1000 Kanäle und Poren» dringt, aber dabei doch auch immer wieder zu versickern droht. Dabei spielen gesellschaftliche, vereinsinterne und innerpsychische Konflikte eine wesentliche Rolle. Die zunehmende Professionalisierung der Psychoanalyse zeigt jedoch auch deutliche Ansätze zu einer verbesserten, reflektierten Öffentlichkeitsarbeit.
Aus dem Inhalt: Shmuel Erlich: Preface – Sylvia Zwettler-Otte: Einleitung – Wilhelm Burian: Verlassen wir den Elfenbeinturm? Überlegungen zur Politik der Psychoanalyse – Rainer Gross: «Geschichten: Immer traurig, teilweise sehr hübsch» - Die Figur der Hysterikerin in der (Populär-)Kultur des Fin de Siècle – Rainer Gross: «Angewandte» Psychoanalyse: Sigmund Freud, seine «Libido-Spürhunde» und «wildgewordene Neurosensucher» – Rainer Gross: Das Bild des Psychoanalytikers - Das Bild der Psychoanalyse – August Schülein: «Die autoerotische Periode des Vereinslebens würde allmählich abgelöst durch die der Objektliebe» (Sandor Ferenczi) - Über Institutionalisierungsprobleme der Psychoanalyse – Sylvia Zwettler-Otte: Über die heimliche Attraktivität des Unbewussten und die sogenannte «Krise» der Psychoanalyse – Sylvia Zwettler-Otte: Von Freuds «splendid isolation» zu unserer «Krise» - Der Versuch einer Deutung innerer Kämpfe gestern und heute – Sylvia Zwettler-Otte: Die Popularisierung der Psychoanalyse – Sylvia Zwettler-Otte: Haben die frühe Rezeption und die sogenannte «Krise» der Psychoanalyse mit Winnicotts «Furcht vor dem Zusammenbruch» zu tun?