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Schwarz hat so viele Farben

Afrikanisch-französischer Kulturtransfer im frühen 20. Jahrhundert

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Simone Ott

Im frühen 20. Jahrhundert nimmt das Afrikanische einen bedeutenden Platz im kulturellen Bewusstsein Frankreichs ein. Es ist unter dem Schlagwort des Primitiven zu einem zentralen Kristallisationspunkt der Debatten zwischen Avantgardisten (v. a. Surrealisten) und Kolonialisten avanciert. Die Verflechtungen zwischen ihren verschiedenen Ansichten und Umgangsweisen mit dem Afrikanischen stehen im Zentrum dieser Untersuchung, die aufzeigt, wie in Malerei, Populärkultur und Literatur interdependente Aneignungsprozesse des Afrikanischen stattfinden. Diese lassen die französische Kultur vom Fremden profitieren und befördern so eine andere Sicht auf die nationale Kulturgeschichte.

Ausgezeichnet mit dem Georg-Forster-Preis 2010 des Kasseler Hochschulbundes.
Aus dem Inhalt: Afrika, eine französische Leidenschaft – Primitivismus in der bildenden Kunst – Fetische in Europa: Zur Vorbereitung des Primitivismus – Die Rezeption afrikanischer Kunst und Kultur in Pablo Picassos Les Demoiselles d’Avignon – Die Herausbildung eines avantgardistischen Diskurses – Negrophile und Negrophobie in der Populärkultur – Die Entstehung der crise nègre – Selbstbild im Spiegel des Anderen – Anverwandlungen des Afrikanischen – Surrealistische Auseinandersetzungen mit dem Indigenen – Reisen – Antikolonialismus – Wissenschaft – Fremde Ideale – Fremderfahrungen afrikanischer Kultur – Möglichkeiten und Modalitäten der Afrikareise – Kulturbegegnung in Michel Leiris’ Reisebericht L’Afrique fantôme – Die Anerkennung afrikanischer Kunst und Kultur.