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Regel, Norm, Gesetz

Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme

Marco Iorio and Rainer Reisenzein

Die Beiträge dieses Bandes gingen aus der interdisziplinären Fachtagung «Was sind Regeln und was leisten sie?» hervor, die im Herbst 2009 im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald stattfand. Ziel der Tagung war es, die Begriffe Regel, Norm und Gesetz und verwandte Konzepte zu klären und eine Übersicht über die unterschiedlichen Rollen und Funktionen dieser Begriffe in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zu gewinnen. Die unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Disziplinen auf das Thema «Regeln» – Philosophie, Psychologie, Soziologie, Wissenschaftstheorie, Entscheidungsforschung, Rechts-, Sozial-, Sprach- und Musikwissenschaft (auch ein renommierter Spieleautor kommt zu Wort) – können dazu beitragen, traditionell festgefahrene Einseitigkeiten innerhalb der Disziplinen durch wechselseitige Korrektur und Inspiration zu überwinden. Wie sich zeigt, ist Interdisziplinarität dem Thema angemessen: Keine Disziplin vermag im Alleingang, der Vielfalt unterschiedlicher Regelarten und Regelfunktionen Herr zu werden.
Aus dem Inhalt: Marco Iorio/Rainer Reisenzein: Einleitung – Geo Siegwart: Agent - Situation - Modus - Handlung. Erläuterungen zu den Komponenten von Regeln – Marco Iorio: Was sind Regeln? – Matthias Mahlmann: Elemente eines mentalistischen Regelbegriffs – Andreas Hüttemann: Regel und Naturgesetz – Günther Ortmann: Wegweiser oder Wege? Zwei Regelbegriffe. Wittgenstein, Giddens and beyond – Oliver Petersen: Regelfolgen - mehr als Verhalten? – Michael Baurmann: Normativität als soziale Tatsache. H. L. A. Harts Theorie des «internal point of view» – Heinz-Jürgen Niedenzu: Normativität - ein Spezifikum der conditio humana? Überlegungen zur Genese einer Strukturform – Bernd Lahno: Individuelle Rationalität und kollektive Perspektive – Julian Marewski/Katarzyna Krol: Modelle der ökologischen Rationalität. Auf dem Weg zu einer Theorie der Moralheuristiken – Rainer Reisenzein: Moralische Gefühle aus der Sicht der kognitiv-motivationalen Theorie der Emotion – Christian von Scheve: Emotionen, Normkonformität und das Problem sozialer Ordnung – Christoph Möllers: Regeln im Recht: Sechs Fragen – Tobias Thelen: Orthographische Regeln in Sprachwissenschaft, Sprachdidaktik und Computerlinguistik – Rainer Bayreuther: Medium - Regel - Technik. Analysen des Regelbegriffs in der Musik am Beispiel von Schönbergs Zwölftontechnik und Heinichens Generalbasslehre – Wolfgang Kramer: Spielregeln - Inhalt und Bedeutung. Erfahrungsbericht eines Spieleautors.