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Humanität und Kreuzzugsideologie um 1780

Die Türkenoper im 18. Jahrhundert und das Rettungsmotiv in Wielands Oberon, Lessings Nathan und Goethes Iphigenie

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Prof. W. Daniel Wilson

In den zwei Jahrzehnten vor etwa 1780 entstand eine Reihe von Sing- spielen mit gleicher Handlungsstruktur, von denen Mozarts Ent- führung aus dem Serail nur das bekannteste Beispiel ist. In der vorliegenden Arbeit werden diese «Türkenopern» als Ausdruck der zeitgenössischen politisch-militärischen Situation interpretiert und in die Geschichte der europäischen Vorstellungen vom islamischen Kulturbereich eingebettet. Anschliessend werden die drei im Titel genannten Hauptwerke der deutschen Frühklassik bzw. Spätaufklärung auf dieses Handlungsschema bezogen. Sie werden damit in einen überraschend fruchtbaren Kontext gestellt, in den der Konfrontation der europäischen Kreuzzugsideologie mit dem angeblich minderwertigen «Anderen».
Aus dem Inhalt: I. Die Türkenoper und das Bild des Islam - II. Wielands Oberon (1780) - III. Lessings Nathan der Weise (1779) - IV. Goethes Iphigenie auf Tauris (1779/1787) - V. Schluss - Personen- und Werkregister.