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Indien und Blockfreiheit als aussenpolitische Strategie

Gabriele Sinigoj

Vor 50 Jahren kreierte Indien als junger unabhängiger Staat mit «Blockfreiheit» einen neuen, außenpolitischen Modus. Er sollte der größten Demokratie der Welt in «adäquater Distanz» zu beiden Blöcken inmitten des Kalten Krieges außenpolitische Entscheidungsfreiheit garantieren.
G. Sinigoj versteht es, in einer profunden Untersuchung die Leitmotive indischer Blockfreiheit gekonnt an den ideologischen Prinzipien der sowjetischen Außenpolitik zu kontrastieren. Es gelingt ihr darüber hinaus, das schwierige Dreiecksverhältnis Indien-Sowjetunion-China am Höhepunkt des Bruches zwischen den kommunistischen «Bruderstaaten» in seinen polit-strategischen und diplomatischen Dimensionen brilliant auszuloten.
In einem Überblick illustriert die Autorin die Höhen und Tiefen der 113 Staaten umfassenden Blockfreienbewegung, indem sie die kritischen Phasen dieser heterogenen «pressure group» über 35 Jahre hinweg Revue passieren läßt, um mit der provokanten Frage zu schließen: «Vermag die Bewegung ihrer Ursprungsidee von 'Blockfreiheit' unter den gegebenen globalen Prämissen an der Wende zum 3. Jahrtausend noch gerecht zu werden?»