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Lese-Rechtschreib-Schwäche

Ein prozessanalytischer Ansatz

Evi Graf

Auf der Suche nach einem Ansatz für die Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), der sowohl ausreichende theoretische Grundlagen als auch praktische Relevanz aufweist, stiess die Autorin auf die Prozessmodelle der kognitiven Neuropsychologie. Um die für erworbene Schädigungen erstellten Modelle auf den Entwicklungsbereich anzuwenden, mussten allerdings wesentliche Ergänzungen vorgenommen werden. Mit dem Einbezug zusätzlicher funktioneller Komponenten wie dem Arbeitsgedächtnis und dem Objekt-Wiedererkennungs-System lassen sich nicht nur die Verarbeitungsprozesse beim Lesen und Schreiben, sondern auch visuelle und phonologische Prozesse beschreiben und untersuchen, die als Voraussetzung für den erfolgreichen Erwerb der Schriftsprache gelten. Dieses Vorgehen ermöglicht eine sehr differenzierte individuelle Abklärung, die als Grundlage gezielter Fördermassnahmen dient.
Aus dem Inhalt: Neurologische Faktoren und LRS - Ansatz der kognitiven Neuropsychologie - Einbezug des Arbeitsgedächtnisses in ein Prozessmodell der kognitiven Neuropsychologie - Entwicklungsmodelle des Lesens und Schreibens - Konnektionismus und LRS - Die Prozessanalyse als neuer Ansatz für Theoriebildung, Forschung, Abklärung und Förderung.