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Klangkristalle, rubinene Lieder

Studien zur Lyrik Gertrud Kolmars

Heidy Margrit Müller

Der vorliegende Sammelband ist die Frucht intensiver Zusammenarbeit von Absolventinnen und Absolventen der Universität Basel, die in den Jahren 1994-95 an Seminarveranstaltungen über die Lyrik Gertrud Kolmars (1894-1943) teilgenommen haben. Die Beiträge gelten dem lyrischen Oeuvre einer Autorin, die infolge der Unterdrückung der Literatur von Schriftstellerinnen jüdischer Herkunft im «Dritten Reich» auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs jahrelang wenig beachtet wurde. Richtungweisend war die Absicht, die Gedichte nicht biographistisch als Kondensat privater Erlebnisse zu deuten, sondern sowohl die Autonomie des Kunstwerks als auch den zyklischen Aufbau der Gedichtsammlungen zu respektieren und die Beschreibung charakteristischer Besonderheiten der Gedichte unter Berücksichtigung zeitgeschichtlicher Voraussetzungen zum Ausgangspunkt der Textinterpretation zu machen. Neben ausführlichen textnahen Gedichtinterpretationen sowie Kommentaren zum Gedichtzyklus «Weibliches Bildnis» enthält der Band mehrere komparatistische, motivtypologische Abhandlungen. Der Sammelband soll von der Faszinationskraft der Lyrik Gertrud Kolmars zeugen, der er seine Entstehung verdankt.
Aus dem Inhalt: Gertrud Kolmar als Dichterin der Moderne - Die Dichterin als Lumpensammlerin: Gertrud Kolmar und Charles Baudelaire - Sprachproblematik - Körperbilder und Ich-Konstituierung im Gedichtzyklus «Das weibliche Bildnis» - Asien - Literatur und Traum - «Das Einhorn» - Marianische Motive - Gottesvorstellungen - Biblische Frauengestalten.