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Verkümmertes Leben, Glück und Apotheose

Die Ordnung der Motive in Achim von Arnims Erzählwerk

Michael Andermatt

Achim von Arnim fand im 19. Jahrhundert nur wenige Leserinnen und Leser, und von diesen reagierte die Mehrzahl mit Unverständnis und Skepsis. Im Gegensatz zu Autoren wie Kleist und Hölderlin, denen ein ähnliches Schicksal widerfuhr, ist Arnim auch unserem Jahrhundert weitgehend fremd geblieben. Die mangelnde Publikumsresonanz hat ihre Ursache in einer als «Überfülle» charakterisierten Stoff- und Motivgestaltung. Arnims Texte konstituieren sich als summierende Abfolge unvermittelt wechselnder Motive und Episoden, deren knappe Erzählform mehr andeutet als ausführt. Die Arbeit ermittelt für Arnims erzählerischen Diskurs ein auf Polarität und Analogie beruhendes Formationssystem und bespricht dessen Aussagemöglichkeiten und Grenzen. Im Rahmen der drei Motivbereiche «Verkümmertes Leben», «Glück» und «Apotheose» weist sie intertextuell eine umfassende Motivhierarchie nach und situiert deren diskursive Formation im Analogiedenken der Goethezeit.
Aus dem Inhalt: Zur Arnimkritik - Motivanalyse, Makro- und Superstruktur (van Dijk) - Das glückliche Paar und die erotische Ordnung - Interaktion der erotischen Ordnung mit familialer, berufsständischer, staatspolitischer und naturhaft-kosmischer Ordnung - Die Suspension von Paar und kosmischer Ordnung - Charakteristika des Arnimschen Erzählens - Arnim und Friedrich Schlegels Konzept der romantischen Ironie - Arnims Ordnung der Motive und das Archiv der Goethezeit - Arnims Kunstauffassung und die Gestaltung von «Wunderbarem» und «Seltsamem».