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Richard Wagners «Parsifal» und die Erneuerung des Mysteriendramas in Bayreuth

Die Vision des Gesamtkunstwerks als Universalkultur der Zukunft

Daniel Schneller

Richard Wagner verstand sich als Kulturerneuerer und widmete diesem Ziel sein ganzes künstlerisches sowie theoretisches Schaffen. Die Bayreuther Festspiele waren zur Vorbereitung des modernen Menschen auf eine Universalkultur der Zukunft gedacht. Die vorliegende Arbeit will Wagners ursprüngliche Intentionen rekonstruieren und offenlegen. Ausführlich und anschaulich werden die ersten Festspiele und die Uraufführung des «Parsifal» mit Hilfe von zeitgenössischen Erinnerungen und Reiseberichten dargestellt und das «Erlebnis Bayreuth» analysiert (die Anreise nach Bayreuth als Pilgerweg, das Festspielhaus als Theater und Tempel, die Aufführung als Gemeinschaftswerk und -erlebnis). Es wird untersucht, wie Wagner die künstlerischen Ausdrucksmittel Dichtung, Musik, Bühnenbild und Regie einsetzte, um dem Festspielbesucher die dramatische Idee des «Parsifal» zu vermitteln. Die Botschaft des «Parsifal» («Durch Mitleid wissend») sollte in Bayreuth als modernes Mysterium erfahren werden: «Im Drama müssen wir Wissende werden durch das Gefühl» («Oper und Drama»). Die in Bayreuth gewonnene Erkenntnis sollte vom einzelnen Festspielbesucher in den Alltag hineingetragen werden und am Beginn einer kulturellen Erneuerung stehen. Die Abbildungen im Anhang sind zum Teil Erstveröffentlichungen von Figurinen und Bühnenbildentwürfen Paul von Joukowskys zur Uraufführung des «Parsifal».
Aus dem Inhalt: Das «Gesamtkunstwerk» - Idee und Begriff - «Liebe, Glaube, Hoffnung» als ethische Grundlagen des Gesamtkunstwerks - Richard Wagners Metaphysik der Musik - Das Festspielhaus als sakraler Bezirk - Die Bühnenbilder des «Parsifal» - Sphäre zwischen Physis und Metaphysis - Die Nachfolge Christi: Das Bühnenweihfestspiel als Mysterium.