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Medusa meets Holofernes

Poetologische, semiologische und intertextuelle Diskursivierung von Enthauptung

Volker Mergenthaler

Das in der Straf- und Militärgeschichte ebenso wie in Kunstwerken häufig anzutreffende Motiv der Enthauptung steht am Bespiel der Enthauptungen von Medusa und Holofernes unter drei leitenden Aspekten zur Debatte: semiologisch, insofern Enthauptungen das Wesen des Zeichens reflektieren, poetologisch, insofern eine Ästhetik des Schrecklichen im Spannungsfeld von Distanzierung und Vergegenwärtigung verhandelt wird, und intertextuell, insofern Verschränkungen empirischer und fiktionaler Motivausprägungen nachgegangen wird. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Quellenbestand des Medusenmythos, auf dem apokryphen «Buch Judith» und schließlich auf Johann Nestroys Einakter «Judith und Holofernes». Die Untersuchung legt zum einen die verschiedenen Diskursivierungsstufen des Motivs frei, zum anderen werden die Konsequenzen für die das Enthauptungsmotiv integrierenden Texte herausgearbeitet und neue Lektüren vorgestellt.
Aus dem Inhalt: Semiologie und Poetologie der Enthauptung - Enthauptung im Medusen-Mythos: Real-Präsenz des Schrecklichen und immanente Kritik - Enthauptung im Buch Judith: problematisierte Hermeneutik und subversive Intertextualität - Semiologische Metaphysik-Kritik und immanente Poetik der Überwindung: Johann Nestroys «Judith und Holofernes» - Negativität als Rettung der Kunst? - Zum literaturhistorischen und erkenntnistheoretischen Ort von Nestroys «Judith und Holofernes».