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Die Heilige am Kreuz

Studien zum weiblichen Gottesbild im späten Mittelalter und in der Barockzeit

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Regine Schweizer-Vüllers and Regine Schweizer-Vüllens

Fast sechshundert Jahre lang, vom ausgehenden Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, war am Rande des kirchlichen Lebens eine Gestalt bekannt, die als weibliche Darstellung Christi verstanden werden kann. Im Sinne der Psychologie C.G. Jungs gedeutet, ist sie symbolische Darstellung des Selbst, das heisst Bild einer seelischen Ganzheit, die Weibliches und Männliches, Helles und Dunkles, Geist und Trieb, Menschliches und Göttliches umfasst. Verehrt wurde sie als Heilige, dargestellt aber als bärtiges weibliches Wesen am Kreuz. Ihre verschiedenen Namen, Ontcommer, Kümmernis, Wilgefortis, zeigen die Wandlungen, die sie im Verlauf ihrer religiösen Verehrung gemacht hat. Das Buch Die Heilige am Kreuz geht den Hintergründen der Entstehung des Kults nach, versucht von hier aus eine psychologische Deutung, d.h. versucht die Frage zu beantworten, warum die zunächst befremdende Gestalt von den Menschen so lange Zeit als heilend und helfend, als ganz machend im eigentlichen Sinn erfahren worden ist.
Aus dem Inhalt: Anfänge der Verehrung in den Niederlanden, Verbreitung des Kults nördlich der Alpen, Forschungsgeschichte, Beziehung zur niederländischen Mystik - Die Psychologie C.G. Jungs, Instinkt und Archetyp, der Archetyp des Selbst, heilige und heilende Bilder - Deutung der Legende, das Problem des Schattens, der mystische Weg, Ekstase, unio mystica und mystischer Tod, die Legende als Ausdruck seelischer Wandlung.