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Darstellung und Deutung religiöser Erfahrungen in spontan gemalten Bildern

Pastoralpsychologische Erkundungsstudie zur Korrelation von Symboltheorie und Maltherapie

Hans Stricker-Keller

Selbst Menschen, die sich von Kirche und Religion abgewendet haben, malen in ihren spontanen Bildern immer wieder Symbole, welche der christlichen Tradition entstammen. Diese Beobachtung, welche der Autor in maltherapeutischen Seminarien machte, liess ihn fragen: Was sind «religiöse» Symbole? Welche Funktionen üben sie aus? Inwiefern sind sie in der Bewältigung der Lebensgeschichte hilfreich?
Die theologische Frage nach der Wahrheit der Symbole lässt sich nur in kritischer Auseinandersetzung mit dem Symbolverständnis der Sozialwissenschaften beantworten. Maltherapie ist im Urteil des Autors ein geeignetes Instrument, welches das Zusammenspiel von Religiosität und Lebensgeschichte zu erschliessen vermag. Im Zentrum dieser kunsttherapeutischen Methode steht die Auseinandersetzung mit dem spontan gemalten Bild, einer Ausdrucksform die seit langem in der Arbeit mit Geisteskranken beachtet wird, welche aber auch in der Erwachsenenbildung zunehmende Verwendung findet. Der Einblick in diese Praxis führt zur Erkenntnis, dass eine kreativ gelebte Religiosität einen unverzichtbaren Beitrag zur Identitätsfindung leistet und dem Einzelnen hilft, seine Lebensgeschichte zu rekonstruieren.
Die theologische Symboltheorie ist um den Aspekt der Kreativität dahingehend zu erweitern, dass der Mensch nicht nur als Kreatur, sondern als Kreator wahrgenommen wird, der nach jener subjektiven Gestalt religiöser Selbstverwirklichung sucht, die seiner Lebensgeschichte entspricht.
Aus dem Inhalt: Der Symbolbegriff in der christlichen Tradition - Das Symbolverständnis von S. Freud, C.G. Jung, H.M. Mead - Die Symbole in pastoralpsychologischer Perspektive - Die Symbollehre von P. Tillich - Maltherapeutische Konzepte - Theologische Symboltheorie und Maltherapie im Diskurs.