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Schweizer Scharfrichterkandidaten 1938/39

Herausgegeben von Andreas Pritzker

Andreas Pritzker

Ende der Dreissigerjahre meldeten sich 186 Männer unaufgefordert bei den zuständigen Behörden, um mit der Guillotine das zweitletzte zivile Todesurteil in der Schweiz zu vollstrecken. Der junge Psychiater Boris Pritzker wollte die Motivation der Tötungsbereitschaft erforschen und befragte 115 von ihnen persönlich. Dabei lernte er (fast) durchschnittliche Menschen in ihrem Alltag kennen. Die Lebensumstände hinderten Pritzker daran, das Material aufzuarbeiten. Dies hat nun Marthi Pritzker-Ehrlich (1944-1998) nachgeholt. Sie legt die aus der Sicht der Historikerin wichtigsten Dokumente vor, nebst eigenen Untersuchungen zu den Themen Einfluss der Frauen, schweizerische Henkerdynastien, Migration in den Dreissigerjahren sowie kriminologische Betrachtung der Scharfrichterkandidaten. Im vorliegenden Buch spiegelt sich das damalige Zeitgeschehen. Es erweist sich interdisziplinär als Fundgrube.
Aus dem Inhalt: Der Leser erhält Einblick in die Henkerofferten, selbstgeschriebene Lebensläufe und Briefe von Scharfrichterkandidaten sowie in die Besuchsberichte Boris Pritzkers und seine späteren Notizen zur «Psychologie der Tötung und der strafenden Gesellschaft». Marthi Pritzker hat das Material aus historischer Sicht statistisch ausgewertet und analysiert und es in bezug auf spezielle Aspekte untersucht.