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Selbstmord im Biedermeier

Geistliche Restauration und Junges Deutschland- In Dokumentation und Rezeption des Freitodes Carls von Hohenhausen

Markus von Hänsel-Hohenhausen

Den Vormärzliteraten Heinrich Heine klagt die Mutter des Selbstmörders Carl von Hohenhausen an, die Tat des Sohnes, der im Alter von sechs Jahren Heines Trauerspiele gelesen hatte, durch seine Schriften angeregt zu haben.
Ihre 1836 erschienene Dokumentation «Carl von Hohenhausen. Untergang eines Jünglings von achtzehn Jahren», die Biographie, Tagebücher, Gedichte Carls und eine Analyse des Vaters zu Bildungsideal und -praxis des Biedermeier enthält, propagiert die geistliche Restauration aller Lebensbereiche in einer von Aufklärung, Säkularisation, Romantik und Jungem Deutschland, das sich in den grossen Tageszeitungen zur Wehr setzt, geprägten Zeit.
Elise von Hohenhausen gewährt durch ihre umfangreiche Darstellung Einblick in Familie und Erziehung, durch die Zuweisung einer Schuld am Suizid des Sohnes an die Adresse der Rationalisten, Romantiker und Jungdeutschen in das Neben- und Gegeneinander von den zwei antipoden weltanschaulichen Konzepten, die den Biedermeier zeichnen.
Aus dem Inhalt: Geistliche Restauration und das Junge Deutschland im Spiegel der Rezensionen von Heinrich Brockhaus, Wolfgang Menzel und Friedrich Lange - Bildungsideal und Bildungspraxis der Zeit in der Anklage Leopold von Hohenhausens und der Pädagogin Wilhelmine Halberstadt - Das Elternhaus Hohenhausen - Kindheit und Jugend des Selbstmörders Carl von Hohenhausen.