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Quintilian

Nachantike Spuren der «Institutio oratoria». Mutmaßungen über das «Libro dell’Arte» von Cennini. Notate zu Sulzers «Theorie»

Florens Deuchler

Quintilians Ruhm – im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung aufgebaut –, sein Ruf als Lehrer, Denker und Gelehrter sind nie verblaßt; seine Institutio oratoria verharrte als sichtbarer Meilenstein und Zeuge in der memoria der Rhetorik, und der Verfasser fand als Kenner der Materie selbst noch am Hofe des Sonnenkönigs in Versailles hohe Beachtung und würdiges Lob. Friedrich der Große rief im 18. Jahrhundert eindringlich zum Studium der Institutio an höheren Schulen auf. Die bildungsgeschichtliche Leistung Quintilians ist beachtlich, und sie ist trotzdem kaum bekannt, denn die Institutio wird außerhalb von Fachzirkeln der Redekunst selten zu Rate gezogen. Neuere Kunst- oder Künstlergeschichten gingen mit staunenswerter Achtlosigkeit an ihr vorbei – und so entgingen der Forschung mögliche Quellen und Anregungen sowie grundlegende Impulse für weitergehende Einsichten. Den Auswirkungen Quintilians wird vor allem im Libro dell’Arte des Cennino Cennini (um 1400) nachgegangen. Der aus der Toskana stammende Maler übernahm aus der spätantiken Quelle vor allem die Wegweisungen zu einem gesunden, geordneten und moralisch einwandfreien Lebenswandel.

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