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Eigeninteresse und Gemeinwohlbindung im Freiwilligen Sozialen Jahr

Adoleszenzkrisenbewältigung und sittliche Vergemeinschaftung als Motivation der Freiwilligen

Roland Becker-Lenz

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist ein gesetzlich geregelter und finanziell geförderter Freiwilligendienst in Deutschland. Als sozialpolitisches Programm mit sozialpädagogischen Elementen für Jugendliche konzipiert, bietet es nur geringe materielle und beruflich verwertbare Vorteile. Die Studie untersucht die Motivation von Jugendlichen, ein FSJ abzuleisten. Warum machen junge Menschen diesen Dienst und was kennzeichnet ihn? Anhand von vier biographischen Interviews werden die Motive der Freiwilligen analysiert und das spannungsvolle Verhältnis von Eigeninteressiertheit und Gemeinwohlbindung bei Jugendlichen untersucht. Dabei erscheint die Balancierung dieser Gegensätzlichkeit als ein zentrales Problem in der Bewältigung der Adoleszenzkrise. Das Problem ist als Entwicklungsaufgabe zu begreifen, die sich für jede Jugendgeneration stellt und die, in Abhängigkeit von den bestehenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in unterschiedlicher Weise bewältigt wird. Die Untersuchung leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Jugendsoziologie und zur Zeitdiagnose der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland.
Aus dem Inhalt: Spannungsverhältnis zwischen Gemeinwohlbindung und Eigeninteresse – Altruistische Motivation in Freiwilligendiensten – Adoleszenzkrisenbewältigung und Bewährung im Freiwilligendienst – Moralische Entwicklung und staatsbürgerliche Vergemeinschaftung.