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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Mainz 2005

Alfred Döblin zwischen Institution und Provokation

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Yvonne Wolf

Dieser Band enthält die Vorträge des XV. Internationalen Alfred-Döblin-Kolloquiums, das vom 18. bis 21. Mai 2005 in Mainz stattfand. Die Beiträge widmen sich Alfred Döblins intensivem institutionellen Engagement, das über seine Verantwortlichkeiten in der Preußischen Akademie der Künste und der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur deutlich hinausreicht. Bei einem weitgefassten Begriff von Institution kann die Polarität von Institution und Provokation, von Affinität und Protest, von Konservativität und Avantgarde als facettenreiches und wandelbares Grundthema von Döblins gesamtem Werk verstanden werden. Die Tagungsbeiträge verorten Alfred Döblin in der kulturpolitischen Landschaft der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wobei exemplarisch auch Teilaspekte wie Theaterrezensionen, Zeitschriftenwesen oder Analphabetismus beleuchtet werden. Am Beispiel von Werken wie Berlin Alexanderplatz, November 1918, Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine, Wallenstein oder Wissen und Verändern wird die Wechselwirkung von lebensweltlichen Kontakten mit Institutionen und der Entwicklung von textueller Form und Inhalt diskutiert und versucht, die Leitfrage aus verschiedenen Perspektiven heraus zu erörtern.
Aus dem Inhalt: Yvonne Wolf: Vorwort: Alfred Döblin zwischen Institution und Provokation – Gabriele Sander: Döblin im Urteil seiner Zeitgenossen: Provokateur und Vermittler – Liselotte Grevel: Provokation und Institution: Alfred Döblin und die Preußische Akademie der Künste – Wulf Köpke: Döblins Theaterprovokationen – Mirjana Stancic: Der lange Marsch durch die Institutionen. Alfred Döblin und Manès Sperber als Zeitschriftenherausgeber in Mainz – Karlheinz Müller: «...nicht gerade sympathischer trotz seiner Bekehrung»: Elisabeth Langgässers zwiespältige Aussagen über Alfred Döblin – Barbara Köhn: Alfred Döblins provokatorische Beurteilung deutscher politischer Institutionen zum Zweck institutioneller Erneuerung – Bernhard Spies: Alfred Döblin und Heinrich Mann in der Weimarer Republik. Die «Geistigen» und die Demokratie – Wolfgang Düsing: Der Intellektuelle zwischen Ideologien und Institutionen. Döblins Essayistik in der Weimarer Republik – Pierre Kodjio Nenguie: Exil, Grenzgängertum und Provokation: Alfred Döblins Nachkriegsdeutschland – Erich Kleinschmidt: Poetik der Unordnung. Kontingenz und Steuerung im Schreibprozess bei Alfred Döblin – Sabine Kyora: Die Literatur der Moderne und die Institution des Gerichts: Döblins Prozesse – Benjamin Bühler: Institutionalisierte Formung. Zur Rhetorik von Steuerungswissen in Alfred Döblins Unser Dasein und Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine – Reiner Niehoff: Magengrimmen. Alfred Döblins Wallenstein – Werner Stauffacher: Institution, Instanz und geschichtliche Wirklichkeit. Zur Figur des Todes in Berlin Alexanderplatz – Julia Genz: Analphabetismus als Provokation - Alfred Döblins Roman Babylonische Wandrung – Ralf Georg Bogner: Institutionen, Institutionenkritik und Institutionalisierungsprozesse zwischen historischer Fiktion und utopischem Programm in Alfred Döblins Romantrilogie November 1918 – Friedrich Wambsganz: Sophokles’ Antigone als Verdichtung des Widerstandsproblems der Individualität gegen die Staatsraison in Alfred Döblins November 1918 – Christian Schärf: Artistik und Theologie. Zu Alfred Döblins Spätwerk.