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Dokument / Monument

Textvarianz in den verschiedenen Disziplinen der europäischen Germanistik- Akten des 38. Kongresses des französischen Hochschulgermanistikverbandes (A.G.E.S.)

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Françoise Lartillot and Axel Gellhaus

Die Opposition von «Dokument» und «Monument» ist Michel Foucault entlehnt, der in Die Archäologie des Wissens (L’archéologie du savoir) das hermeneutische Verhältnis des Menschen zu seiner Vergangenheit als künstlich entlarvt. Nach Foucault werden Zeugnisse der Vergangenheit in einem konstruktiven Akt von der Nachwelt zu Monumenten erhoben. Deswegen kehrt er die Perspektive um und fördert die Prinzipien zutage, die die Verfassung des Dokuments bestimmen. In den Akten des 38. Kongresses des französischen Verbands der Hochschulgermanistik (A.G.E.S.) wird diese Überlegung fortgesetzt, indem die dokumentarische Masse selbst als Zeugin eines Herstellungs- und Verarbeitungsprozesses betrachtet wird, dessen Varianz schon immer unterschätzt wurde und die neu entdeckt werden sollte.
Aus dem Inhalt: Fabrice Malkani: Vorwort des Vorsitzenden der A.G.E.S. – Françoise Lartillot/Axel Gellhaus: Vorwort der Herausgeber – Ludwig Jäger: Zur transkriptiven Logik des kulturellen Gedächtnisses – Annette Sousa Costa : Des textes utilitaires d’époque carolingienne. Les éditions donnent-elles des bases sûres pour l’analyse de ces documents ? – Thomas Bein: Walther von der Vogelweide: Textvarianz im Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit – Frédéric Weinmann: Eine «archäologische» Untersuchung der französischen Werther-Übersetzungen – Jean-Michel Pouget: Darstellungen von Naturphänomenen? Die Genese naturwissenschaftlicher Texte im Spiegel der botanischen Schriften Goethes – Anne Baillot: Wie rehabilitiert man einen Schriftsteller und wozu? Das Beispiel unerschlossener Briefwechsel aus dem Umkreis des Dichters Ludwig Tieck, des Philosophen Karl Solger und des Historikers Friedrich von Raumer – Gerald Stieg: Zwei historisch-kritische Gesamtausgaben für Hanswurst – Gunter Martens: Textgenese als Hilfsmittel zur Erschließung poetischer Texte – Annemarie Post-Martens: Machart. Mach Art! Denkmäler, Denksteine und Geschichtszeichen - Die Faktur eines Textes und die Prozesse, die sie auslöst – Jürgen Ritte: Vom Lesen zum Schreiben. Prousts avant-texte « Sur la lecture » – Karin Herrmann/Stephanie Jordans: Textgenese bei Ernst Meister. Zum Konzept einer textgenetisch fundierten Ausgabe des lyrischen Werks – Françoise Lartillot: Netzwerke der Intentionalität in der Werkproduktion der sechziger Jahre bei Ernst Meister. Eine Widerlegung des Monumentalen nach Michel Foucault? – Nadia Lapchine: Textgenese und Interpretation des Gedichts Feuerhalm von Erich Arendt (1903-1984) – Holger Gehle: Die Materialienbände der Bonner Celan-Ausgabe – Axel Gellhaus: Von der Dunkelheit des Dichterischen. Die Konzeptgenese der Büchner-Preisrede Paul Celans – Werner Wögerbauer: Textgenese und Interpretation. Zu Paul Celans Gedicht Wanderstaude – Sandro Zanetti: Materialität und Intentionalität. Anmerkungen zu Paul Celans Arbeit am Gedicht – Françoise Knopper: Die Gattung Reisebeschreibung: zwischen «Dokument und Monument» – Odile Schneider-Mizony: Grammatiken der wilhelminischen Ära: Dokumente der deutschen Sprache oder Monumente der Norm? – Günter Schmale: Rosen blühen länger, als man glaubt - Der Elysée-Vertrag und die deutsch-französischen Beziehungen im Spiegel der Regionalpresse 1963, 1983, 2003 – Nassima Bougherara: Wie wird das diplomatische Archiv zur Historie? Die deutsch-französischen Beziehungen auf die Probe gestellt im Zusammenhang mit der algerischen Frage – Gwénola Sebaux : Entre culture du souvenir et culture de l’oubli. Est-il opportun d’ériger un mémorial du destin des expulsés allemands ? – Céline Mailly : Le rôle des « moules discursifs » dans l’élaboration du monument. L’exemple des discours commémoratifs – Nicole Colin: Vom Dokument zum Monument - Geschichte als Fiktion. Überlegungen zur ästhetischen Darstellung historischer Ereignisse am Beispiel des Filmes Der Untergang – Nicolai Riedel: Nunc retrorsum ad fontes. Quellenvielfalt und Erschließungsstrategien im Deutschen Literaturarchiv Marbach.