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«nur eine Stimme, ein Seufzer»

Die Identität der Dichterin Nelly Sachs und der Holocaust

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Andreas Kraft

Diese Studie widmet sich der Selbstdarstellung der deutsch-jüdischen Autorin Nelly Sachs in ihren Briefen. Damit nimmt sie ein Thema in den Blick, dem bislang in der Forschung nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Das Dichterbild, das die Autorin in ihrer Korrespondenz von sich entwirft, verbindet grundlegende poetische Konzepte mit einer biographischen Selbstdeutung und versucht damit, die identitätszersetzende Erfahrung der Judenverfolgung als negative Liminalisierung zu überwinden. Die Selbstdarstellung, die Poetik und das Schreiben von Nelly Sachs zielen dabei darauf ab, diese negative Liminalität in die positive einer mystischen Dichterin, einer poeta vates zu verwandeln, wobei die Studie die Grenzen einer solchen Bewältigung des Holocausts sichtbar zu machen versucht.
Aus dem Inhalt: Die Autorin und die frühe Biographie – Spuren der Autorin – Die Autorin und die Dichterin – Soziokultureller Hintergrund – Von der Autorin zur Dichterin – Poetik einer «Bewältigungsarbeit am Holocaust» – Das Problem des Realitätsbezugs – Psychosoziale Dimension – Nelly Sachs und ihre Communitas des «inneren Menschen» – Die Suche nach Gleichgesinnten.