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Flugkörper der Deutschen Luftwaffe und der USA mit Fernsehlenkung im II. Weltkrieg

Meilensteine der Fernsehtechnik zwischen 1936 und 1945 und der Neustart des Deutschen Fernsehens 1951 mit einer Gleitbombenkamera

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Günter Wiechmann and Botho Stüwe

1931 wurde auf der 8. Großen Deutschen Funkausstellung der staunenden Öffentlichkeit die neue Fernsehtechnik vorgestellt. Als Weltpremiere konnte 1935 der öffentliche Deutsche Fernseh-Rundfunk offiziell eröffnet und zur Olympiade 1936 in Berlin der erste Fernsehprogrammdienst der Welt regelmäßig ausgestrahlt werden. In ihrer vorwiegend technikgeschichtlichen Darstellung arbeiten die Verfasser die Entstehung der Fernsehtechnik und vor allem deren Weiterentwicklung als Instrumentarium innerhalb von Gleitbomben detailliert heraus. Die technologischen Anforderungen des Zweiten Weltkrieges, vor allem die zielgenaue Steuerung ferngelenkter Waffen, trieben die Ingenieure in Deutschland wie in den USA zu ähnlichen Entwicklungen. Erstmals wird in aufwändiger Recherche in deutschen und US-amerikanischen Archiven diese Technikentwicklung im Vergleich dargestellt und bis in die unmittelbare Nachkriegszeit verfolgt. So stellen die Verfasser die besondere Rolle der Reichspostforschungsanstalt heraus und eruieren den Verbleib von Personal und Patenten nach dem Krieg. Auch der Neuaufbau des öffentlichen Fernsehens in Hamburg seit 1948 basierte auf den Erfahrungen mit der Technik in Gleitbomben und mit jenem Personal, das den Krieg in Deutschland überlebt hatte.
Günter Wiechmann, geboren 1939 in Berlin, war nach dem Ingenieurstudium als leitender Mitarbeiter mit dem Spezialgebiet Nachrichtentechnik viele Jahre in Europa, Saudi Arabien und Mittelamerika für einen großen Elektronikkonzern tätig. Er vertiefte sein langjähriges technikgeschichtliches Interesse durch intensive Archivstudien und veröffentlichte 2006 eine Monographie zur Geschichte des Raketenbaus in Peenemünde-Ost und zur Sozialgeschichte der geheimen Wissenschaftlersiedlung Karlshagen, die an der Universität der Bundeswehr München betreut wurde.
Botho Stüwe, geboren 1919 in Berlin, absolvierte nach dem Ingenieurstudium 1940 seinen Wehrdienst bei der Luftnachrichtentruppe. Nach Abschluss der Boden- und Bordfunkerausbildung und der Versetzung 1941 zur Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West, waren seine Tätigkeiten die Fernlenktechnik und Erprobung von Abstandszündern. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er als Entwicklungsingenieur bei namhaften Großunternehmen der Elektroindustrie beschäftigt. Er verfügt über ein beachtliches Privatarchiv zur Geschichte, insbesondere zur Technikgeschichte Peenemünde-Wests und hat zu dieser Thematik auch bereits zwei Monographien veröffentlicht.