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Der «hässliche Deutsche»

Kontinuität und Wandel im medialen Außendiskurs über die Deutschen seit dem Zweiten Weltkrieg

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Anna Stiepel

Der «Deutschlanddiskurs» ist nicht allein eine Sache der Deutschen. Vor allem aus der Perspektive des Auslands stehen wir nach wie vor auf dem Prüfstand. Bereits vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges formierte sich unter den alliierten Kriegsgegnern und deren Bevölkerungen ein variantenreiches Bild vom «hässlichen Deutschen». Charlie Chaplins berühmter Film Der große Diktator ist hierfür ein hervorragendes Beispiel, das am Beginn einer ganzen Reihe von Beiträgen steht, die sich unter dem Begriff eines «Außendiskurses» über Deutschland zusammenfassen lassen. Wie erscheint hier nun das Bild vom «hässlichen Deutschen»? Es ist interessant zu beobachten, wie die Darstellung der Figur des Nazis von Chaplins Film über Spielbergs Schindlers Liste bis hin zu Der Vorleser von Kontinuität als auch Wandel geprägt ist. Hatten Filme vor 1945 noch das Anliegen eine Botschaft zu vermitteln, positionieren sich die Filme nach 1990 immer weiter im Unterhaltungssektor. Den endgültigen Sprung ins Entertainment schafft der «hässliche Deutsche» ab 2000. Die 17 untersuchten Filme stehen somit im Zwischenraum von Gedächtniskultur und Pop-Kultur. Wir erleben mit ihnen die Pulp-Fictionalisierung des Nationalsozialismus.
Inhalt: Reden über Deutschland und die Deutschen – Nation als Kulturthema – Der «hässliche Deutsche» im medialen Außendiskurs – Filmische Reflexionen des Nationalsozialismus aus 60 Jahren Filmgeschichte – Die Figur des Nazis im Film: das banale, das geniale und das gute Böse – Die Pulp-Fictionalisierung des Nationalsozialismus.