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Ein Prozess – vier Sprachen

Übersetzen und Dolmetschen im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg, 20. November 1945 - 1. Oktober 1946

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Patrick Herz

Der Nürnberger Prozess fand in den drei Sprachen der Alliierten – Englisch, Französisch und Russisch – und der der Angeklagten – Deutsch – statt. Der Nürnberger Sprachendienst, der für diese Mehrsprachigkeit die Voraussetzungen schuf, wird in der Literatur, wenn überhaupt, allenfalls am Rande erwähnt. Gerade die schwierige Arbeit der Übersetzer, die sämtliche vor Gericht genutzten Dokumente übersetzten und die Arbeit der im Gerichtssaal agierenden Dolmetscher, die jedes gesprochene Wort sofort simultan dolmetschten, waren es jedoch, die den Prozess erst ermöglichten. Nur mit deren Hilfe konnten sich die deutschen Angeklagten und Verteidiger und ihre amerikanischen, britischen, französischen und sowjetischen Ankläger und Richter überhaupt verständigen. Dieses Buch soll deshalb einen Blick auf diesen wichtigen, aber oft vernachlässigten, Aspekt des Prozesses bieten.
Inhalt: Zweifel am Simultandolmetschen – Filene-Finlay-System – Das Simultandolmetschsystem in Nürnberg – Die Dolmetscher im Gerichtssaal – Probleme beim Dolmetschen – Die Angeklagten und das Sprachenproblem – Würdigung des Dolmetschsystems – Die Dokumente – Archivierung und Auswertung – Übersetzung der Dokumente.