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Die kunst- und tugend-gezierte Macarie Der zweyte Theil: Der bekehrte Schäfer

Faksimiledruck nach der Ausgabe von 1673

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Heinrich Arnold und Maria Katharina Stockfleth

Der zweite Teil der «Macarie» stammt aus der Feder von Stockfleth Maria Katharina, der einzigen deutschen Romanautorin des 17. Jahrhunderts. Diesen Teil des Romans kann man zur Gattung des Schäferromas rechnen. Die Welt der Schäfer erhält allerdings eine, der Tendenz des ersten Teils der «Macarie» entsprechende, Akzentuierung: Das Schäferleben wird als Sitz der Freiheit, Ruhe und Unschuld dem Hof in deutlich polemischer Absicht entgegengestellt. Während die männliche Hauptgestalt Polyphilus im ersten Teil den Schäferstand verlässt, um als Ritter Ansehen und Ehre zu erwerben («Der Verkehrte Schäfer») bringt der zweite Teil die Ueberwindung des falschen höfischen Daseins und seiner Werte durch seine Rückkehr in den Schäferstand («Der bekehrte Schäfer»). Weil Polyphilus der Ehrsucht und Ruhmbegierde (und damit seinem Stand) entsagte, erlangte er Kunst und Tugend, Macarie, und dauernde Glückseligkeit. Die «Macarie» bereitet Positionen des 18. Jahrhunderts vor (Insel Felsenburg). Dieser abschliessende Teil des Romans, der als «Schlüssel» des ersten bezeichnet wird, ist eine Rarität: Nur zwei Exemplare wurden bisher bibliographisch nachgewiesen, und ein Neudruck war daher ein dringendes «desideratum» der Forschung.