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Dianea oder Rähtselgedicht

Herausgegeben von Gerhard Dünnhaupt

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Die «Dianea», einer der frühesten höfisch-galanten Staatsromane in deutscher Sprache, war für die literarhistorische Entwicklung von wesentlicher Bedeutung, denn in dieser Übersetzung Werders begegnet uns erstmalig der neue, von Italien aus eingedrungene marinistische Stil in einem deutschen Staatsroman. Auch das Thema des emblematischen Titelsonetts beweist, dass sich Diederich von dem Werder (1584-1657) der Neuartigkeit dieses ihm offenbar selbst noch ein wenig ungewohnten Prunkstils, in dem «nichts sonder Zier gefunden» werde, durchaus bewusst war.
Nach Vollendung seiner grossen Tasso- und Ariosto-Übertragungen «Gottfried von Bulljon» (1626) und «Historia vom Rasenden Roland» (1632-36) hatte sich Werder dem Roman «La Dianea» von Giovanni Francesco Loredano zugewandt. Obschon strukturell noch im Schatten der neulateinischen «Argenis» stehend, lehnt sich dieses Erstlingswerk des venezianischen Polyhistors bereits eng an den Stil seines berühmten Landsmanns Giambattista Marino an, als dessen Biograph er später hervortreten sollte. Erstmalig im Jahre 1644 in Nürnberg veröffentlicht, war die deutsche «Dianea» der Forschung bislang nur in ganz wenigen Exemplaren zugänglich. Die von einigen Seiten vertretene Zuschreibung des Romans an Harsdörffer wurde schon im Jahre 1973 vom Herausgeber widerlegt. Zudem lässt sich Werders Name unschwer aus dem unter der Widmung abgedruckten Anagramm «Ich rede dir von Trewe» herauslesen.
Das Vorwort zu diesem Nachdruck der Ausgabe von 1644 ist von Gerhard Dünnhaupt verfasst worden und beinhaltet unter anderem eine eingehende Schilderung von Leben und Werk Werders und eine kritische Würdigung der «Dianea».