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Interkultureller Vergleich der Schmerzwahrnehmung und Krankheitsverarbeitung bei türkischen und deutschen Patienten mit chronischer Polyarthritis

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Kayan Aratow

Interkulturelle Unterschiede in der Schmerzwahrnehmung, den Druckschmerzschwellen, dem Schmerzausdruck und der Krankheitsverarbeitung bei 41 Türken und 40 Deutschen mit chronischer Polyarthritis (cP) wurden in dieser Studie untersucht. Türkische und klinisch vergleichbare deutsche Patienten zeigten statistisch signifikante Unterschiede im Schmerzausdruck sowie in der schmerzbedingten Beeinträchtigung, aber nicht in den Druckschmerzschwellen. Eine schrittweise Diskriminanzanalyse hat gezeigt, daß die anhand der Fragebogen erhobenen Messungen der Beeinträchtigung bei türkischen und deutschen Patienten deutliche Unterschiede aufweisen. Ein Modell des kulturellen Einflusses auf die Schmerzwahrnehmung und die schmerzbedingte Beeinträchtigung durch cP wurde dargestellt und mit Hilfe einer LISREL-Analyse überprüft. Im Modell spielten bei Schmerzen und Behinderung die eher «passiven» Copingstrategien und das Alter eine bedeutende Rolle. Empfehlungen für die psycho-medizinische Behandlung der in Deutschland lebenden Türken und Deutschen mit cP wurden aus den Ergebnissen abgeleitet.
Aus dem Inhalt: Eine zunehmende Zahl von Patienten aus unterschiedlichen Kulturkreisen in Deutschland stellt aufgrund ihrer unterschiedlichen Krankheitsvorstellungen neue Anforderungen an das Gesundheitssystem. Gleichzeitig haben Menschen mit Werten, Normen und Belastungen im Alltagsleben, die vom gesellschaftlichen deutschen Durchschnitt abweichen, ein höheres Krankheitsrisiko - Die Ergebnisse zeigten, daß sich die Kontrollüberzeugung der türkischen Patienten von der der deutschen Patienten unterscheidet - Die Ergebnisse lassen vermuten, daß die türkischen Patienten, obwohl sie ihre Schmerzen ähnlich wahrnehmen wie deutsche Patienten, ihr Schmerzleiden anders ausdrücken.