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Stillgestellter Aufbruch

Bilder von Weiblichkeit in den «Deutschen Stücken» von Tankred Dorst und Ursula Ehler

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Gisa Hanusch

Aufbruch und Stillstellung der Trägerinnen von kollektiven und privaten Befreiungsversuchen und Freiheitsbewegungen entlang den Katastrophen deutscher Geschichte zwischen 1910 und 1970 stehen im Zentrum von Dorst/Ehlers «Deutschen Stücken». Die Studie skizziert die Genese einer modernen weiblichen Sonderanthropologie und verknüpft die Typologie der verschiedenen Weiblichkeitsbilder der «Deutschen Stücke» mit den aus der Tradition begründeten Stereotypen. Die einfühlsamen Interpretationen basieren auf detailgenauen Textanalysen sowie aktuellen psychophilosophischen und sozialpolitischen Untersuchungen. Deutlich wird sowohl Dorst/Ehlers Kritik am illusionären Charakter der Aufbruchversuche, als auch die Verbindung von selbstgeschaffener und fremdproduzierter Unfähigkeit der Frauenfiguren als Resultat familiärer und gesellschaftlicher Konventionalität.
Aus dem Inhalt: Töchter der Lebensreform und der Jugendbewegung - Konzeption und Zusammenhang der «Deutschen Stücke» - Autobiographie und Provinz; Faszination und Schrecken der Geschichte; Neuere Frauenbewegung - Kritische Typologie der Weiblichkeitsbilder: Dorothea Merz, die «femme indéfinie» und «femme correcte» (Bild der bürgerlichen Hausfrau), Klaras Mutter, die selbstbestimmte, gebildete Frau, Elsa Bergk, die «femme incomprise» (Emma Bovary) - 'Weiblicheitsfallen', Desillusionierung - Gespräch mit Tankred Dorst und Ursula Ehler.