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Telekratie oder Tele Morgana?

Politik und Fernsehen in Italien

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Andrea Wolf

Italiens politische Landschaft erlebt seit 1992 einen beschleunigten Umbruch, dessen vorläufig dramatischster Höhepunkt der überraschende Wahlsieg des Medienmoguls Silvio Berlusconi 1994 darstellte. Der schnell in den allgemeinen Sprachgebrauch eingezogene Terminus der Telekratie hat jedoch schon zwei Jahre später an Bedeutung verloren. Im nachhinein scheint es vielmehr eine Tele Morgana gewesen zu sein, die den Italienern so medienwirksam den Beginn der Zweiten Republik versprach. Was bleibt, ist nicht nur der Blick auf Berlusconis Medienmacht, sondern auf die gesamte italienische Medienlandschaft. Die Medienkonzentration ist in Europa einzigartig. Vor diesem Hintergrund untersucht die Autorin die italienische TV-Landschaft. Sie hinterfragt, welche politischen Voraussetzungen den Rahmen für diese Mediensituation bilden und wie die politischen Akteure künftig die Weichen für die italienischen Medien stellen werden. Untersucht wird auch, welche Perspektiven der historische Wahlsieg der Linken 1996 bietet. Habermas' Demokratietheorie bildet den theoretischen Rahmen, der Massenmedien und politische Öffentlichkeit in einen Kontext stellt.
Aus dem Inhalt: Habermas: Massenmedien und politische Öffentlichkeit im Kontext deliberativer Politik - Das politische System Italiens: von der institutionellen Blockade zum politischen Wandel - Das Ende einer Tele Morgana? - Der italienische Fernsehmarkt: Duopol zwischen Reformen und Machtinteressen - Chancen für einen Wandel in Italiens Politik und Medien?