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Deutschlands Aufstieg zur Großmacht

Die Instrumentalisierung der europäischen Integration 1974-1994

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Inge Schwammel

Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte durch die europäische Integration die Macht der Bundesrepublik Deutschland eingedämmt werden, was jedoch nicht in dem gewünschten Ausmaß gelang: Aufgrund ihrer sicherheitspolitischen Bedeutung, ihrer geopolitischen Lage, der besonderen bilateralen Beziehungen zu den USA, zu Frankreich und zur Sowjetunion sowie ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erlangte die Bundesrepublik in der Europäischen Gemeinschaft/Union eine derart starke Position, daß sie über weite Strecken Richtung, Art und Ausmaß der europäischen Integration entscheidend mitbestimmte. Dabei traten die Bundesregierungen stets für eine Vertiefung der Integration ein, weil sie größeren Nutzen daraus zogen als alle anderen Mitgliedstaaten. Mit fortschreitender Integration konnten die anderen Mitgliedstaaten sogar zur Unterstützung der deutschen Anliegen angemahnt werden, da sie sich im Zuge der Integration zu einem gemeinsamen Vorgehen in bestimmten Fragen und Politikbereichen verpflichtet hatten. Umgekehrt entzogen sie sich selbst diesen Pflichten. Aufgrund dieser konsequenten Verfolgung nationaler Ziele und Interessen durch Nutzung und Negierung gemeinschaftlicher Verpflichtungen erlangte die Bundesrepublik Deutschland jenen Status, den ihr manche Kritiker spätestens seit Erlangung der deutschen Einheit bescheinigen: den einer Großmacht.
Aus dem Inhalt: Nationale Ziele und europäisches Bewußtsein - Nutzung und Negierung gemeinschaftlicher Verpflichtungen - Europäisches Währungssystem - Europäische Politische Zusammenarbeit - Einheitliche Europäische Akte - Maastricht - Deutsche Einheit - Großmacht.