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Alkoholismus aus familienbiographischer Perspektive

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Falko Seegel

Die Untersuchung beschäftigt sich mit der Frage, in welchem Sinnzusammenhang das Auftreten von Alkoholismus in der Familie steht und wie sich die Familienstruktur nach einer erfolgreichen Behandlung verändert. Mit Hilfe der Fallrekonstruktion, der Genogrammanalyse und der objektiven Hermeneutik läßt sich eine Familiengeschichte in die begleitenden ökonomischen und sozialen Entwicklungsprozesse einbetten. Damit erschließt sich erst die Handlungsgrundlage der Akteure und der Bedeutungshorizont ihrer Entscheidungen. Betrachtet man Alkoholismus als eine wenn auch inadäquate Lösungsmöglichkeit familiär tradierter Handlungsprobleme, bietet sich so die Möglichkeit, diese in dem Spannungsfeld der historischen, gesellschaftlichen, milieuspezifischen und individuellen Komponenten zu identifizieren und entsprechend strukturierte therapeutische Strategien zu entwickeln. Die Vorgehensweise bei der Fallrekonstruktion entspricht dem Fallverstehen in der therapeutischen Praxis. Die Untersuchung läßt sich einerseits als sozialhistorische Datenquelle verwenden, andererseits bietet sie ein paradigmatisches Modell für die praktisch verwendbare Analyse von Familienstrukturen.
Aus dem Inhalt: Systematischer und umfassender historischer Überblick über Alkoholismusforschung - Die Fallstruktur der Familie eines Alkoholkranken: Entstehungszusammenhang des Alkoholismus und Wandel der Familienstruktur im Kontext einer Therapie - Dreijahreskatamnese.