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Die zivilisatorische Staatengesellschaft

Zivilisation und internationale Politik im Nahen Osten- Mit einem Vorwort von Bassam Tibi

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Anke Houben

Nach dem Ende des globalen Ost-West-Konflikts zeichnet sich in der internationalen Politik zunehmend die Bedeutung unterschiedlicher Zivilisationen ab. Wie aber können internationale Beziehungen in einer strukturell vereinheitlichten und dennoch zivilisatorisch vielfältigen Welt verstanden werden? Die Autorin ermöglicht mit dem Bezugsrahmen der zivilisatorischen Staatengesellschaft einen Zugang zu einem differenzierten Verstehen internationaler Beziehungen, die zugleich von globalisierten Regeln und von der Kontinuität zivilisatorischer Eigenheiten geprägt sind. Gerade die aus westlichem Blickwinkel oft unverständliche Politik zwischen den Staaten des Nahen Ostens kann damit systematisch in ihrem spezifischen zivilisatorischen und historischen Kontext nachvollzogen werden. Der Nahe Osten wird, so die Schlußfolgerung, keine Entwicklung im Sinne des europäischen Staatenmodells nehmen. Angesichts aufgezwungener staatlicher Strukturen bleibt Politik im Nahen Osten in ihrem historischen Dilemma gefangen: zwischen den sub- und transstaatlichen Solidargruppen der arabo-islamischen Gesellschaft einerseits und den einzelnen Interessen moderner Staaten andererseits.
Aus dem Inhalt: Die Disziplin Internationale Beziehungen und die postbipolare Weltordnung: Auf der Suche nach einem neuen Paradigma – Die arabo-islamische Staatengesellschaft: Internationale Politik zwischen struktureller Globalisierung und zivilisatorischer Fragmentation – Zwischenstaatliche Politik im Nahen Osten: Die Dialektik zwischen Raison d'Etat und Raison de la Nation – Die Gleichzeitigkeit von Nichteinmischung und Instrumentalisierung nichtstaatlicher Loyalitäten – Die Vereinbarkeit von Nicht-Krieg und Nicht-Frieden.