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Der Rätselcharakter der Kunst

Untersuchungen zu einem Topos der philosophischen Ästhetik

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Bernd Kleimann

Seit den Anfängen der neuzeitlichen Ästhetik erweist sich die Kunst als hartnäckige Herausforderung für die Philosophie. Diese sucht mit den Mitteln des Begriffs jenes schwer faßbare, faszinierende Potential der Kunst aufzuschließen, das sich gegenüber der begrifflichen Ausdeutung spröde zeigt. Es ist diese Erfahrung einer unaufhebbaren Spannung künstlerischer Wirkung zwischen Sinnlichkeit und Begriff, die die Tradition der ästhetischen Reflexion prägt und die in der je verschieden gestellten Diagnose eines Rätselcharakters der Kunst (Adorno) ihren theoretischen Niederschlag gefunden hat. In den ersten beiden Teilen der Arbeit werden die Spuren dieser Einsicht in Konzepten der philosophischen Ästhetik von ihren Anfängen bei Baumgarten bis heute aufgezeigt. Der dritte Teil lokalisiert im Anschluß an diese Untersuchungen den Rätselcharakter der Kunst im Kontext der ästhetischen Erfahrung. Die Kunst verlangt und ermöglicht in besonderer Weise eine erfahrene, Sinnlichkeit und Begriff mobilisierende Begegnung mit Phänomenen, die verstanden werden wollen und sich zugleich dem Verstehen entziehen. Die durchgeführte Analyse der Vollzugsformen ästhetischer Erfahrung kann und soll dabei das Kunsträtsel zwar nicht lösen, wohl aber die Bedingungen seiner Möglichkeit einsichtig machen.
Aus dem Inhalt: Historische Positionen zum Rätselcharakter der Kunst (Baumgarten, Kant, Schelling, Hegel) - Moderne Positionen zum Rätselcharakter der Kunst (Adorno, Bubner, Bohrer, Boehm, Lyotard, Menke) - Der Rätselcharakter der Kunst im Kontext ästhetischer Erfahrung (Erfahrung und Verstehen / ästhetische Erfahrung / der Begriff der Kunst / der Rätselcharakter der Kunsterfahrung).