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Der politische Witz in der NS-Zeit am Beispiel ausgesuchter SD-Berichte und Gestapo-Akten

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Meike Wöhlert

«Die Juden wollten den Deutschen das Blut aussaugen, aber Adolf Hitler ist ihnen zuvorgekommen.» Daß solche Witze während der NS-Zeit kursierten, ist kein Geheimnis. Die Forschung aber hat den politischen Witz bis dato vernachlässigt, seine Aussagekraft über die Stimmung in der Bevölkerung, die Haltung zu Führung und politischen Vorgängen nicht genutzt. In diesem Buch werden Witze aus SD- und Gestapo-Akten quellenkritisch analysiert. Die Ergebnisse entlarven manche Legende: Der sogenannte «Flüsterwitz» wurde in der Regel nicht geflüstert und war selten systemkritisch. Auch wurden Witzeerzähler nicht konsequent oder übermäßig brutal verfolgt. Es gibt Hinweise darauf, daß das Regime die politischen Witze wegen ihrer systemstabilisierenden Ventilfunktion sogar in erstaunlich hohem Maß tolerierte.
Aus dem Inhalt: «Öffentliche Meinung» und das NS-Regime - Die «Meldungen aus dem Reich» - Witze in den SD-Berichten - Politische Witze und Stimmungslage - Politische Witze in den Akten der Gestapo - Zeitliche Entwicklung - Personen - Witz-Erzähl-Situation - Denunziation - Verfolgungsinstanzen und deren Maßnahmen (Gestapo, Sondergerichte, RSHA Berlin) - Witzthemen - Witzcharakter - Beliebte Witze: Verbreitung und Verfolgung.