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«... denn die Geschöpfe lieben Aufmerksame.»

Weiblichkeit in der Schrift Elena Guros (1877-1913)

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Eva Hausbacher

Die Arbeit stellt eine bisher fast unbekannte Autorin und bildende Künstlerin aus dem Aufbruch der russischen Kultur um die Jahrhundertwende ins Zentrum - Elena Genrichovna Guro. Neben der traditionellen Einordnung ihres Oeuvres, die Guros organische Kunstauffassung als wichtigen Beitrag zur Hervorbringung der russischen Moderne würdigt, werden ihre Werke mit dem Instrumentarium, das die feministische Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, zu interpretieren versucht. Es entsteht ein kritischer Dialog zwischen den Texten Guros und den Konzepten moderner TheoretikerInnen. Verschiedene intertextuelle Beziehungen werden hergestellt, in denen die Texte neue Aspekte eröffnen. Die hier erprobten Zugänge zu den Text- und Bilderwelten Elena Guros, fördern so jene imaginär angelegten Anteile zutage, die eine Feminisierung der écriture auf dem Gebiet der russischen Moderne beweisen.
Aus dem Inhalt: Die urbanistischen Texte Guros werden - via psychoanalytische und strukturale Analyse - in den Kontext «Frau in der männlich determinierten Stadt» gelesen - Die «Armen Ritter»-Texte zeigen sich - gelesen mit J. Kristeva - als androgyne Kunst-Inkarnationen - Die infantilistischen Texte werden über Piaget, Jakobson und wieder Kristeva als weiblich-semiotisches Sprechen gelesen.